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Bastion

19.05.2012 @ 09:12, HeidoHeim,

{{Weiterleitungshinweis|Bastion|Für das Computerspiel siehe Bastion (Videospiel).}}
miniatur|hochkant|250px|Saillant einer Bastion der [[Zitadelle von Pula]]
miniatur|250px|Von Antonio da Sangallo il Vecchio (1444–1534) ab 1492 zur Zitadelle von Rom umgebaute Engelburg (nach der altitalienischen Manier mit fünf Bastionen mit Orillons.)

miniatur|250px|Mit [[Tenaille|Tenaillen gedeckte bzw. verstärkte Bastion hinter der Burg von Nürnberg, erbaut von Antonio Fazuni 1538–1545.]]

Eine Bastion oder Bollwerk, süddeutsch-österreichisch auch Basteisteht in der älteren Literatur häufig für ein halbrundes oder U-förmiges Bollwerk; im süddeutschen Sprachraum auch heute noch häufig mit einer Bastion gleichgesetzt genannt, ist eine Anlage, die aus der Linie eines Festungswalls vorspringt und deren Aufgabe es war, den Raum unmittelbar vor dem Wall, den die Verteidiger von der Brustwehr aus nicht unmittelbar einsehen können, seitlich bestreichen zu können. Bastionen haben in einer neuzeitlichen Festung die gleiche Funktion wie die Türme einer antiken oder mittelalterlichen Stadtmauer. Sowohl der Turm als auch die Bastion stellen unabhängig von ihrer äußeren Form den flankierenden Teil eines Festungswalls dar.

Definitionen


Das Wort „Bastion“ ist vom italienischen Wort „Bastone“Rüstow: Militärisches Handwörterbuch. s.v. Bastion. Nach dem „Herkunftswörterbuch“ des Duden ist „Bastione“ eine Vergrößerungsform; dieses Wörterbuch stellt beide Formen letztlich in den Zusammenhang mit dem altfranzösischen Wort „bastir“, herrichten oder „batîr“, bauen. abgeleitet, das Stab, Posten oder übertragen Pfeiler bedeutet, wobei zwischen den vorspringenden Pfeilern (Risalto oder Bastione) der schützende Hauptwall wie ein Vorhang (cortina, →Kurtine) aufgespannt war. Von anderen flankierenden Befestigungswerken, etwa viereckigen Türmen oder kreisförmigen oder halbrunden Rondellen, unterscheidet sich eine Bastion (per definitionem) stets dadurch, dass sie auf der Feindseite zwei Vorderseiten (frz. Facen) besitzt, die sich spitz im sogenannten Bastionswinkel (frz. saillant)in der älteren deutschen Fachliteratur „Pünte“ genannt treffen und auf beiden Seiten je eine Flanke oder Streiche, die das Bollwerk mit der Kurtine verbindet. Eine Bastion besitzt demnach in etwa den Grundriss eines Pentagons (in der Umgangssprache werden allerdings häufig auch anders gestaltete Bollwerke als „Bastion“ bezeichnet).vgl. dazu auch unten den Abschnitt „Übertragung des Begriffs Bastion“

Als „halbe Bastion“ bezeichnet man ein Bollwerk, dessen Grundriss senkrecht durch den Bastionswinkel geschnitten wurde, sodass es nur eine Face und nur einen Schulterpunkt besitzt (ein Hornwerk setzt sich immer aus zwei halben Bastionen zusammen). Der Übergang von den Facen zu den Flanken wird „Schulterpunkt“ genannt. Aus einer Bastion konnte man nach außen mit den Facengeschütze das Vorfeld mit Feuer bestreichen und die feindliche Artillerie auf Distanz halten, während die Flankengeschütze zunächst primär der Grabenverteidigung dienten, weshalb die Flanken stets auf die Bastionsspitze der jeweils nächsten Bastion ausgerichtet sind. Die Bastionsflanken können gerade oder konkav eingezogen sein; sie können allerdings auch zurückgezogen und mit mehreren kasemattierten Feueretagen versehen sein, die durch den äußeren (feindwärtigen) Teil der Flanke gedeckt werden. Der Schulterpunkt kann eckig oder abgerundet gestaltet sein, er kann aber auch die beiden Schulterpunkte überragen, um dadurch die Geschütze in den Flanken besser gegen einen direkten feindlichen Beschuss abzudecken; solche. Solche aus der Flanke hervorragenden, die Face (wörtlich Gesicht) dadurch zugleich verbreiternden Schutzwälle, werden „Bastionsohr“ (frz. Orillon) genannt.Engels: The New American Cyclopædia. 1859, s.v. Bastion; Poten: Handwörterbuch der gesamten Militärwissenschaften. 1878, s.v. Bastion; Rüstow: Militärisches Handwörterbuch. s.v. Bastion.

Die ganze Innenfläche einer Bastion kann auf die Höhe des Festigungswalles angehoben sein, in diesem Fall spricht man von einer „gefüllten Bastion“, in die manchmal zusätzlich noch Kavaliere gestellt wurden. Wenn der Festungswall um das Innere der Bastion herum verläuft, also einen Hohlraum in der Mitte des Festungswerkes hinterlässt, dann wird das Werk „hohle Bastion“ genannt. Im späteren französischen Festungsbau des 18. Jahrhunderts kann eine Bastion vollständig vom Hauptwall gelöst werden und ohne direkte Verbindung zu diesem im Festungsgraben stehen. In diesem Fall spricht man von einer „detachierten Bastion“.

Kurze Entstehungsgeschichte


miniatur|250px|Idealtypische Bastionärbefestigung in neuitalienischer [[Fachbegriffe Festungsbau#M|Manier, 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Der pfeilspitzenförmige Grundriss der Bastionen ergibt sich aus den Schussbahnen der auf den angrenzenden Wällen postierten Kanonen. Die Bastionsflanken sind zurückgezogen und werden durch das Orillon (a) gedeckt.]]

Die Einführung der Feuerwaffen zwang zur Vergrößerung der Türme, damit diese die Geschütze aufnehmen und tragen konnten. Diese wandelten sich deshalb bald zu massiven Rundellen (Rondellen) und Basteien, welche nun alleine schon durch ihre Größe sehr viel weiter vor die Linie des Walles hervorsprangen als die alten Türme. Dadurch richtete sich der Angriff zwangsläufig stärker auf das Bollwerk, in dem sich zunehmend die Verteidigung konzentrierte, so dass nun im Gegensatz zu den früheren Belagerungen sich das Augenmerk viel stärker auf die Basteien richtete als auf den dazwischen liegenden Wall. Bei der Konzentrierung der Artillerie in den Geschütztürmen und Rondellen machte sich bei den Belagerungen von Festung nun der unvermeidliche tote Winkel vor diesen Bollwerken negativ bemerkbar, denn dies war jetzt der bevorzugte Punkt, wo die Angreifer ihre Sturmleitern ansetzten.Zastrow: Geschichte der beständigen Befestigung. 1839, S. 36. Daher versuchte man, diese unbestrichenen Räume zu vermeiden, und erreichte dies schließlich, indem man die vordere Seite der Bastei keilförmig gestaltete, sodass diese von der Kurtine aus und von den auf den Flanken der benachbarten Bastionen postierten Geschützen bestrichen werden konnte.Zastrow: Geschichte der beständigen Befestigung. 1839, S. 37.

miniatur|250px|Bastionen nach der (Alt-) Niederländischen Manier: (1) Gefüllte Bastion (2) Hohle Bastion (3) Aufgang bzw. Wallrampe (4) Niederwall oder Fausse-Braie (5) Kehle (6) Face (7) Saillant (8) Kurtine.
miniatur|250px|Die kleine Festung Naarden in der niederländischen Provinz Nord-Holland als typisches Beispiel für die neu-niederländische Manier (abgeknickte Kurtine, deutlich getrennter Hoch- und Niederwall, Bastionen mit gekrümmten, meist doppelten Flanken und hohen gemauerten „Schultertürmen“eine Verstärkung des Schulterpunktes ähnlich einem Bonnet, der die Brustwehr des Hauptwall überragt (diese von Coehoorn eingeführten kasematierten Türme sind in Naarden noch nicht vorhanden), die praktisch die Funktion der Orillons übernehmen).

Es ist – trotz einer unfangreichen Literatur zu diesem Thema – bis heute umstritten, von wem oder wo die Bastionen „erfunden“ wurden. Dies ist auch um so schwieriger, als es darüber keine schriftliche Überlieferung gibt und im Mittelmeerraum bereits vor der Erfindung der Geschütze gelegentlich pentagonale Werke errichtet worden sind.Engels: The New American Cyclopædia. 1859, s.v. Bastion, s.v. Fortification; Zastrow: Geschichte der beständigen Befestigung. 1839, S. 36–39. Daher bleibt bei frühen Berichten über Belagerungen, in denen von bastionsförmigen Bollwerken erzählt wird, immer die Ungewissheit, ob es sich dabei um schon bewusst so angelegte Bastionen handelte oder nur um so aussehende (ältere) Werke. Die ersten Werke, die man zu Recht als Bastionen bezeichnen kann, entstanden etwa in der Mitte des 15. Jahrhunderts in Italien, auch wenn diese noch deutlich die Spuren ihrer Herkunft von den Türmen der alten Stadtmauern zeigen. Sie schlossen eng an die Hauptwälle an. Die ausspringenden Winkel der Bollwerke waren noch sehr stumpf und die Facen sehr kurz, die Brustwehr war mit Mauerwerk bis obenhin verkleidet.Engels: The New American Cyclopædia. 1859, s.v. Bastion Moderne Darstellungen rechnen mit einer insgesamt rund hundertjährigen Übergangszeit zwischen dem mittelalterlichen und dem bastionären Festungsbau.H. Neumann: Festungsbaukunst und Festungsbautechnik. 1994, S. 134f.

Erste Bastionen nach der klassischen Definition entstanden in Italien gegen Ende des 15. Jahrhunderts nach Plänen von Giuliano da Sangallo und Michele Sanmicheli erbaute im Jahre 1527 in Verona einen Wall mit zwei Bastionen.Engels: The New American Cyclopædia. 1859, s.v. Fortification Wenig später fand auch in Mitteleuropa die Bastionärbefestigung ihren Eingang. So wurde um 1530 an der Wiener Hofburg eine Bastion errichtet und 1538 unter der Leitung von Antonio Fazunibelegt in Nürnberg zwischen 1538 und 1555 (vgl. Neubauer: Der Bau der großen Bastei hinter der Veste 1538–1546. In: Mitteilungen des Vereins für die Geschichte der Stadt Nürnberg [MVGN] 69, 1982, S. 196–263). mit der Bastionierung der Nürnberger Stadtmauer begonnen. Bis etwa 1550 bildete sich schließlich in Italien die sogenannte altitalienische Festungsmanier heraus, die durch stumpfe Bastionen gekennzeichnet werden und durch sehr lange Kurtinen (250–350 m), vor deren Mitte zunehmend kleine Mittelbastionen gestellt wurden. Zu dieser Zeit erschienen erstmals auch theoretische Schriften zu diesem Thema, was rasch zu einer ersten Blüte der Festungsbaukunst führte. Auf dieser Grundlage bildete sich bis etwa 1600/1620 die sogenannte neuitalienische Manier heraus.Ortenburg: Waffe und Waffengebrauch im Zeitalter der Landsknechte. 1984, S. 158–172.

Die Loslösung von der italienischen Manier begann bereits mit dem deutschen Festungsbaumeisters Daniel Speckle ein, der die Größe der Ravelins und der Bastionen verdoppelte und sowohl auf die Bastion als auch auf die Kurtine Kavaliere errichtete, um durch verstärktes Abwehrfeuer die Artillerie der Belagerer besser abwehren zu können.Zastrow: Geschichte der beständigen Befestigung. 1839, S. 58–77. Während des 16. Jahrhunderts bildete sich während des Freiheitskampfes der Niederlande gegen Spanien die sogenannte niederländische Manier heraus, die unter anderem durch eine reine Erdbauweise mit nicht-kasemattierten Bastionen gekennzeichnet wird. Statt dessen setzte man hier auf breite Wassergräben und einen vorgeschobenen niedrigeren Schutzwall (Fausse-Braie) zur besseren Verteidigung des Grabens. Darüber hinaus vertrauten die Niederländer auf zahlreiche Außenwerke vor dem Hauptgraben, wie Halbmonde, Horn- und Kronwerke. Die erste ausschließlich mit Erdwerken und Wassergräben befestigte Stadt war Breda (1533).Engels: The New American Cyclopædia. 1859, s.v. Fortification; Zastrow: Geschichte der beständigen Befestigung. 1839, S. 77–87.

Das Bastionärsystem


miniatur|250px|Die von Marschall Sébastien Le Prestre de Vauban (1633–1707) neu angelegte Festung Neu-Breisach als Beispiel für den französischen Festungsbau des späten 17. Jahrhunderts (nach dessen 1143. Manier115, die vor allem durch breite Tenaillen, Reduits in den Ravelins und detachíerte Bastionen gekennzeichnet wird. Mit dem Hauptwall verbunden blieben nur noch die bastionierte Türme, die auch als Reduits für die detachíerten Bastionen dienten. Der Zugang zu den Ravelins wird durch Grabenkoffer gedeckt. Die Vorstadt am Kanal (links) wird durch ein großes Kronwerk geschützt.

miniatur|250px|Die noch vollständig nach dem Bastionärsystem befestigte Stadt [[Genf im Jahr 1841. Die Stadtumwallung setzt sich nur aus Bastionen und Ravelins zusammen, die durch breite Vorwälle (frz. contre-gards) gedeckt werden. Die gesamte Befestigung wird von einem gedeckten Weg und der Glacis umschlossen.]]

Unter Bastionärsystem ist ein fortifikatorisches Grundprinzip zu verstehen, das auf der optimalen Bestreichung der Festungswerke und des Vorfeldes durch die systematische Anordnung von Bastionen beruht. Es wurde erstmalig in Italien mit der sogenannten altitalienischen Manier des 16. Jahrhunderts verwirklicht und prägte anschließend den Festungsbau bis in das 19. Jahrhundert. Handelte es sich bei den ersten bastionierten Festungen meist um reine Mauerwerksbauten, so setzte sich im 16. Jahrhundert zunehmend eine Gemischtbauweise durch, bei der ein Erdkörper durch die Eskarpenmauer abgestützt wurde. Hinter dieser konnten sich gemauerte Galerien oder Kasematten befinden.

Neben den Bastionen wiesen auch die Außenwerke einer im Bastionärsystem errichteten Festung einen pentagonalen Grundriss auf, der sich nach den Schusslinien der Verteidigungsgeschütze richtete und somit eine effektive, gegenseitige Flankierung ermöglichte. Um die für die völlige Vermeidung toter Winkel notwendige, geometrisch perfekte Anordnung der Werke zu erreichen, waren bastionierte Festungen im Idealfall als regelmäßige Vielecke konzipiert.

Die Entwicklung der auf dem Bastionärsystem beruhenden Festungsmanieren war von einer stetigen Vergrößerung der Bastionen, der Verringerung der Kurtinenlänge, der Vermehrung von Außenwerken und der allmählichen Versenkung des Mauerwerks unter den Bauhorizont gekennzeichnet. Die wachsende Reichweite der Geschütze zog eine immer größere Tiefenstaffelung der Festungswerke und die zunehmende Konzentrierung der Verteidigung auf das Vorfeld nach sich.

Als Mitte des 17. Jahrhunderts Holland (Generalstaaten) durch die Kriege gegen England und Frankreich erneut unter Druck geriet, mußte das alte niederländische Befestigungssystem weiterentwickelt werden. Eine der ersten Festungen, die in der neuen Manier erbaut wurden, war die kleine Festung Naarden (ab 1674). Unter den zahlreichen holländischen Festungsbaumeistern ist Menno van Coehoorn (1641 – 1704) hervorzuheben, dessen Verteidigungssystem sogar als noch besser gilt,Engels, "The New American Cyclopædia", 1859, s.v. Fortification; Poten, Handwörterbuch der gesamten Kriegswissenschaften, 1879, s.v. Coehorn und s.v. Coehorn Manier als des französischen Marschalls Louis de Cormontaigne (1695 – 1752). Sein Befestigungssystem baut vor allem auf eine Kombination von nassen und trockenen Gräben, auf, auf gute Kommunikationen zwischen den einzelnen Werken, der Möglichkeit durch Abschnittsweise Verteidigung durch starke Reduits in den Ravelins und den Bastionen, deren Facen durch die von Daniel Speckle übernommenen Koupüren (Einschnitte) in der Kurtine, den kasemattierten Orillontürmen und den doppelten (manchmal sogar dreifachen) gekrümmten Flanken verstärkt bestrichen werden können.Poten, Handwörterbuch der gesamten Kriegswissenschaften, 1879, s.v. Coehorn und s.v. Coehorn Manier; Zastrow, Geschichte der beständigen Befestigung, 1839, 188-203

Den Höhepunkt erreichte das Bastionärsystem während der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts durch die von Marschall Vauban erbauten Festungen (dessen militärischer Ruhm ausschließlich auf seinen erfolgreichen Belagerungen beruht, die er mit seinen eigentlichen Erfindungen, dem Rikoschettfeuer und die Anlage von Parallelen bei Belagerungen, erzielte, obwohl er in der Öffentlichkeit vor allem als Erbauer von Festungen bekannt ist). Die von Vauban eingeführten Befestigungsmanieren wurden in Frankreich während des 18. Jahrhunderts vor allem von Marschall de Cormontaigne (1695–1752), dem Nachfolger von Vauban, und der 1750 gegründeten (Ingenieur-) Schule von Mezières weiter entwickelt, die sich vor allem durch die Einführung von Reduits in den Befestigungswerken einsetzte.Zastrow: Geschichte der beständigen Befestigung. 1839, S. 116–184. Noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtete man in Frankreich zahlreiche neue Festungen nach dem Bastionärsystem (etwa in Belfort, Grenoble, Lyon, Metz und Paris mit 16 Forts Fortifications de Paris aux xixe et xxe siècles). Erst als sich während des deutsch-französischen Krieges 1870/71 zeigte, dass die Widerstandskraft dieser Festungen gegenüber den gezogenen Geschützen zu gering war, gab man auch in Frankreich das Bastionärsystem auf.

In Mitteleuropa wurde bereits während des 18. Jahrhunderts die Kritik am Bastionärsystem immer stärker, so dass hier zunächst eine Reihe von Festungen nach dem Tenaillensystem mit sternförmiger Grundrissausbildung erbaut wurden, trotzdem wurden auch hier die Bastionärbefestigungen erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts endgültig durch das Polygonalsystem verdrängt. Die preußische Festung Koblenz war eine der ersten Festungen, die vollständig in dieser neuen Art erbaut wurde.

Übertragung des Begriffs Bastion


Die Bezeichnungen Bastion wurde im allgemeinen Sprachgebrauch des 18./19, Jahrhunderts zunehmend auf alle flankierenden Mauervorsprünge von Befestigungsanlagen jeder Art übertragen, auch wenn sie äußerlich gar keine Ähnlichkeit mit einer solchen besitzen, wie etwa die (sogenannte) Bastion der Athener Akropolis, die rechtwinklig aus der eigentlichen Befestigungsmauer hervorragt, um das Haupttor zu schützen, und die den Niketempel trägt.

Einzelnachweise und Anmerkungen


Siehe auch


* Fachbegriffe Festungsbau

Literatur


* Horst Wolfgang Böhme, Reinhard Friedrich, Barbara Schock-Werner (Hrsg.): Wörterbuch der Burgen, Schlösser und Festungen. Reclam, Stuttgart 2004, ISBN 3-15-010547-1.
* Christopher Duffy: Siege Warfare: The Fortress in the Early Modern World, 1494-1660. 2. Auflage, Routledge, London 1996, ISBN 0-415-14649-6.
* Hartwig Neumann: Festungsbaukunst und Festungsbautechnik. 1994, ISBN 3-7673-5929-8.

* Georg Ortenburg, Siegfried Fiedler: Heerwesen der Neuzeit. 10 Bände, Bernard & Graefe, Koblenz 1984–93, ISBN 3-7637-5813-5.

Weblinks


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