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Diemelsee

17.05.2012 @ 19:26, TOMM,

{{Dieser Artikel|beschreibt den Stausee Diemelsee; zu anderen Bedeutungen siehe Diemelsee (Begriffsklärung).}}
{{Infobox Stausee
|NAME = Diemelsee, Diemelstausee
|ALTERNATIVNAME = (Diemeltalsperre)
|BILD = DiemelseeHelminghausen.JPG
|BILDBESCHREIBUNG = Diemeltalsperre: Staumauer mit See, Ausgleichsweiher und Kraftwerk; vorne das Dorf Helminghausen, links der Eisenberg

|LAGE = Landkreis Waldeck-Frankenberg (HE), Hochsauerlandkreis (NW)
|ZUFLUSS = Diemel, Itter
|ABFLUSS = Diemel
|UFERORT = Heringhausen
|NAHERORT = Helminghausen, Willingen

|BREITENGRAD=51/22/20/N
|LÄNGENGRAD=8/43/26/E
|REGION-ISO=DE-HE/DE-NW
|BAUZEIT = 1912 bis 1914 und 1919 bis 1923 [http://www.wsa-hmue.wsv.de/wasserstrassen/talsperren/index.html Wasser- und Schifffahrtsamt Hann. Münden: Diemeltalsperre und andere Talsperren], auf wsv.de
|BAUHOEHE =
|TALHOEHE = 36,2 m [http://opus.kobv.de/zlb/volltexte/2010/9281/pdf/ZfB_1925_Ing_10-12.pdf Die Diemeltalsperre], auf opus.kobv.de (PDF; 4,56 MB; laut Zeitschrift „Paul Gerecke, Die Diemeltalsperre“ aus Absatz „Literaur“)
|GRUENDUNGSHOEHE = 42 m
|WASSERHOEHE =
|KRONENHOEHE = 378,2 m
|MAUERVOL = 72.000 m³
|KRONENLAENGE = 194 m
|KRONENBREITE = 7 m
|BASISBREITE = 31 m
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|NEIGUNG-WASSER =
|LEISTUNG = 1,04 MW

|STAUZIEL = {{Höhe|376.2|DE-NN|link=true}}
|FLÄCHE = 1,65 km²
|SEELAENGE = 4 km (Diemelarm), 3,1 km (Itterarm)
|SEEBREITE = 300 m
|SPEICHERRAUM = 19,9 Mio m³
|STAURAUM = 21,75 Mio m³
|EINZUG = 103 km²
|HOCHWASSER = 113 m³/s
|BESONDERHEITEN =
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miniatur|Überlaufende Staumauer mit Kraftwerksgebäude (von Norden)
miniatur|Staumauer mit Kraftwerksgebäude und ÿ86ÿAusgleichsweiherÿ87ÿ (von Norden)
miniatur|Itter-Pegel [[Kotthausen (Diemelsee)|Kotthausen III, (Itter zur Diemel, {{Höhe|377.68|DE-NN}}, Kilometer: 3,40)]]
miniatur|Blick vom [[St. Muffert auf den Diemelsee]]

miniatur|Segelboot auf dem Diemelsee vor dem [[Eisenberg (Marsberg)|Eisenberg und der Staumauerkrone]]

Der Diemelsee, auch Diemelstausee genannt, ist mit 1,65 km² Wasseroberfläche und etwa 19,9 Mio. m³ Speicherraum ein Stausee an der Diemel im Landkreis Waldeck-Frankenberg in Nordhessen und Hochsauerlandkreis in Westfalen (Deutschland).

Er ist Teil der aus Stausee, Staumauer, Wasserkraftwerk und Ausgleichsweiher bestehenden Stauanlage Diemeltalsperre (DiT)DIN 4048-1 Wasserbau, Begriffe, Stauanlagen, Jan. 1987 im Eigentum der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, wobei das Wasser- und Schifffahrtsamt Hann. Münden zuständig ist.

Geographische Lage


Der Diemelsee befindet sich wenige Kilometer nordöstlich des Uplands in den äußersten Nordostausläufern des Rothaargebirges, das bis in den Nordosten des Rheinischen Schiefergebirges reicht. Er erstreckt sich überwiegend im Landkreis Waldeck-Frankenberg, sein kleiner Nordteil und auch seine Staumauer gehören zum Hochsauerlandkreis. Im Naturpark Diemelsee zwischen Willingen und Marsberg im Gebiet der Gemeinde Diemelsee und der Stadt Marsberg gelegen befindet er sich an der Diemel und deren Zufluss Itter. Sein Absperrbauwerk steht etwa 500 m südlich des Dorfs Helminghausen (südwestlicher Stadtteil von Marsberg). Einziges Uferdorf ist Heringhausen (westlicher Gemeindeteil von Diemelsee).

Der Stausee liegt in bewaldeter Mittelgebirgslandschaft, deren höchster direkt am See gelegener Berg das Köpfchen (ca. {{Höhe|610|DE-NN|link=true}}; westlich des im Westen befindlichen Itterarms) ist. Unmittelbar ostsüdöstlich der Staumauer erhebt sich der Eisenberg ({{Höhe|594.6}}) und wenige Kilometer südlich des Sees der Koppen ({{Höhe|715.1}}).

Stausee


Der Stausee dient mit seiner Staumauer der Wasserstandsregelung der Bundeswasserstraßen Weser und Mittellandkanal, dem Hochwasserschutz, der Wasserkrafterzeugung und der Erholung.

Im Jahr 2003 wurde das zuvor mit 20,05 Mio. m³ angegebene Fassungsvermögen des Diemelsees per Laser-Scan-Verfahren neu vermessen: Sein Stauraum (bei normalem Vollstau) ist etwa 19,9 Mio. m³ und sein Gesamtstauraum (bei Hochwasser) rund 21,75 Mio. m³ groß. Bei Vollstau ist seine Wasseroberfläche 1,65 km² groß. Der Stausee ist maximal 34 m tief, und seine Ufer sind insgesamt etwa16 km lang. Die Stauziel liegt auf {{Höhe|376.2|DE-NN}} Höhe und das Bemessungshochwasser beträgt 113 m³/s. Das Einzugsgebiet des Stausees ist 103 km² groß. Der direkt vor der Staumauer liegende Stauseeboden befindet sich auf genau {{Höhe|342.0|DE-NN}}.

Der südliche Stauseearm ist der Diemelarm, in den auch die aus Richtung des Dorfs Stormbruch kommende Hagenbicke mündet und an dem das Dorf Heringhausen liegt, der westliche ist der Itterarm, an dem Kotthausen (Wüstung und Weiler des Dorfs Heringhausen) liegt. Etwas nördlich der Stelle, an der beide Arme aufeinander treffen, verläuft die Landesgrenze von Nordrhein-Westfalen zu Hessen.

Rund um den Diemelsee führt unter anderem über den Eisenberg und St. Muffert der Diemelsteig. Bekanntes Ausflugsziel in der Nähe ist das Upland.

Staumauer


Allgemein


Die Bauarbeiten an der Staumauer des Diemelsees fanden in zwei Phasen statt. Die erste Phase dauerte von 1912 bis 1914. Danach pausierte man im Ersten Weltkrieg (1914–1918) und etwas darüber hinaus. Die zweite Phase fand von 1919 bis 1923 statt. 1924 wurde die Talsperre in Betrieb genommen. Konstruiert wurde das Bauwerk nach dem Intze-Prinzip als gekrümmte Schwergewichtsstaumauer aus rund 72.000 m³ Bruchsteinen, die im extra dafür eingerichteten Diabas-Steinbruch am benachbarten Eisenberg abgebaut wurden. Die Mauer ist über der Talsohle maximal 36,2 m und über der Gründungssohle 42 m hoch, woraus sich maximal 5,8 m Bauhöhe im Erdreich ergeben. An der Krone ist sie rund 194 m lang und 7 m breit. Die Basisbreite beträgt etwa 31 m . Die Kronenhöhe liegt auf {{Höhe|378.2|DE-NN|link=true}} .

In den 1990er Jahren wurde die Staumauer grundlegend restauriert und zudem der Sicherheitsstandard entsprechend der DIN 19700 (Stauanlagen) erhöht. Dabei wurden ein Dichtungsschleier mit einer Injektionsdichtung im Erdreich hergestellt, ein Kontrollgang installiert und andere Arbeiten durchgeführt. Die Restaurierungsarbeiten wurden 1998 abgeschlossen.

Die Staumauer ist als Baudenkmal in die Denkmalliste von Marsberg eingetragen.

Zweiter Weltkrieg


Die Staumauer des Diemelsees wurde im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) mehrmals angegriffenHugo Cramer: Der Landkreis Brilon im zweiten Weltkriege 1939-1945. 1955, Abschnitt Helminghausen, S.  97-98.. Beim Angriff in der Nacht vom 15. zum 17. Mai 1943 wurden drei britische Lancaster-Bomber durch eine Flakabteilung in Helminghausen abgeschossen. Zur von der Waffen-SS geplanten Sprengung der Mauer kam es nicht, da US-Truppen Ende März bzw. Anfang April die Seeumgebung schon besetzt hatten und daher die deutschen Soldaten schon abgerückt waren. Noch im April wurden die US-Soldaten durch belgische abgelöst und diese wiederum im Juni durch britische.

Kraftwerk Helminghausen


Unterhalb der Staumauer befindet sich das Wasserkraftwerk Helminghausen, das das Wasser des Diemelsees nutzt. Es hat zwei Turbinen, eine Nennleistung von 1,04 MW und erzeugt im Mittel jährlich 2,50 GWh Strom.

Ausgleichsweiher


Direkt unterhalb von Staumauer und Kraftwerk des Diemelsees erstreckt sich unmittelbar südlich von Helminghausen der Ausgleichsweiher ({{Höhe|341.4|DE-NN}}{{GeoQuelle|DE-NW|TIM}}), der im Normalbetrieb rund 65.000 m³ Stauraum hat. Er besitzt einen knapp 8 m über der Gründungssohle hohen Staudamm mit einem Auslassbauwerk, dessen Krone auf {{Höhe|343.2|DE-NN}}{{GeoQuelle|DE-NW|TIM}} liegt.

Pegel


Das Wasser- und Schifffahrtsamt Hann. Münden betreibt mehrere Pegel zur Erfassung des Wasserstandes sowie der Zu- und Abflüsse des Diemelstausees. Die Pegelstände sind online zugänglich und werden für folgenden Stellen erfasst:
* Zufluss der Diemel am Pegel Wilhelmsbrücke[http://www.pegelonline.wsv.de/gast/stammdaten?pegelnr=44100024 Wasser- und Schifffahrtsamt Hannoversch-Münden, aktueller Pegel Wilhelmsbrücke],
* Zufluss der Itter am Pegel Kotthausen[http://www.pegelonline.wsv.de/gast/stammdaten?pegelnr=44100013 Wasser- und Schifffahrtsamt Hannoversch-Münden, aktueller Pegel Kotthausen],
* Stauhöhe des Diemelstausees wird am Pegel Diemeltalsperre[http://www.pegelonline.wsv.de/gast/stammdaten?pegelnr=44100104 Wasser- und Schifffahrtsamt Hannoversch-Münden, aktueller Pegel Diemeltalsperre],

* Abfluss in die Diemel am Pegel Helminghausen[http://www.pegelonline.wsv.de/gast/stammdaten?pegelnr=44100206 Wasser- und Schifffahrtsamt Hannoversch-Münden, aktueller Pegel Helminghausen].

Im Unterlauf der Diemel werden keine weiteren offiziell zugängliche Pegelstände ermittelt; aus der Differenz der Pegelstände von Karlshafen und Wahmbeck können Rückschlüsse über den Beitrag des Diemelstausees zur Wasserführung der Weser ermittelt werden.

Freizeit und Sport


Der Diemelsee dient als Freizeit- und Erholungsgebiet. Zu den Aktivitäten und Sportarten gehören:
* Angelsport
* Baden (z. B. am Strandbad Heringhausen[http://www.diemelsee.de/tourismus/freizeitsport/wassersport/strandbad/ Strandbad Heringhausen] auf diemelsee.de)
* Schwimmen
* Kanu fahren
* Segeln und Surfen
* Tauchen (z. B. in Taucherbucht nahe der Staumauer auf nordrhein-westfälischer Seite)

* Wandern

Verkehr


Unmittelbar östlich vorbei am Diemelsee führt aus Richtung Norden von Helminghausen kommend entlang der Westflanke des Eisenbergs die westfälische Landesstraße 912, die nach Süden – auch entlang des Stausees verlaufend – in die nordhessische Landesstraße 3078 übergeht und dort nach Heringhausen verläuft. Von letzterer zweigt in Heringhausen die Kreisstraße 65 ab, die entlang des Diemelarms angelegt wurde, diesen überquert und in Richtung Südwesten nach Stormbruch führt. Von der K 65 zweigt südwestlich von Heringhausen die K 71 ab, die entlang des Diemelarm-Südteils und dann weiter in Richtung Südsüdosten nach Giebringhausen verläuft. Entlang des Nordufers vom Itterarm führt von Helminghausen im Nordosten nach Bontkirchen im Südwesten die L 393.

Bilder



Datei:Diemelstausee.jpg|Luft- bzw. Nordseite der Staumauer (Blick etwa von West nach Ost)
Datei:Diemeltalsperre-Staumauer.jpg|Luft- bzw. Nordseite der Staumauer (Blick etwa von Ost nach West)
Datei:Diemelsee, Südseite Staumauer.jpg|Wasser- bzw. Südseite der Staumauer (Blick etwa von Südwest)

Literatur


* Peter Franke, Wolfgang Frey: Talsperren in der Bundesrepublik Deutschland. Herausgegeben vom Nationalen Komitee für Grosse Talsperren in der Bundesrepublik Deutschland (DNK) und Deutscher Verband für Wasserwirtschaft und Kulturbau e.V. (DVWK), Systemdruck-GmbH, Berlin 1987, ISBN 3-926520-00-0

* Paul Gerecke, [http://opus.kobv.de/zlb/volltexte/2010/9281/pdf/ZfB_1925_Ing_10-12.pdf Die Diemeltalsperre]. In: Zeitschrift für Bauwesen, 75. Jg., 10.–12, Heft (Ingenieurbauteil), 1925, S. 93–104, PDF; 4,5 MB)

Einzelnachweise




{{Internetquelle
| hrsg = Verkehrsverein Marsberg e. V.
| url = http://www.touristik-marsberg.de/hauptseite/pdf/sehenswuerdigkeiten/Ortsteil_Helminghausen.pdf
| titel = Übersicht der Sehenswürdigkeiten in Marsberg
| titelerg = Ortsteil Helminghausen
| datum = 2010-11-30
| zugriff = 2011-06-06
}}

Weblinks


{{Commonscat|Diemelsee (See)|Diemelsee}}

* [http://www.wsa-hmue.wsv.de/wasserstrassen/talsperren/index.html Wasser- und Schifffahrtsamt Hann. Münden: Diemeltalsperre und andere Talsperren] auf wsv.de

Siehe auch


* Liste von Talsperren in Deutschland

Kategorie:Stausee in Europa
Kategorie:Stausee in Hessen
Kategorie:Stausee in Nordrhein-Westfalen
SDiemelsee
Kategorie:Staumauer in Deutschland
Kategorie:Sauerland
Kategorie:Gewässer im Landkreis Waldeck-Frankenberg
Kategorie:Gewässer im Hochsauerlandkreis
Kategorie:Erbaut in den 1920er Jahren

Kategorie:Baudenkmal in Marsberg

nl:Diemelsee
ro:Lacul Diemel

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