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Haus Neuerburg

15.05.2012 @ 09:34, Pocci,

miniatur|Verwaltungsgebäude der Zigarettenfabrik „Haus Neuerburg“ in Köln
miniatur|hochkant|Zigarettenfabrik „Haus Neuerburg“ in Hamburg-Wandsbek, Bauteil 1926–1928, Fassadendetail, Architekt [[Fritz Höger]]

miniatur|Zigarettenfabrik „Haus Neuerburg“ in Hamburg-Wandsbek, Ostflügel 1924

Haus Neuerburg war ein Unternehmen der Zigarettenindustrie in Köln.

Geschichte


Johann Neuerburg, Gutsbesitzer in Wittlich, baute seit 1850 auf seinem Gut Tabak an. Bereits seit 1858 verarbeitete er seine Pflanzen in einer Fabrik für Rauchtabakwaren, die er dann 1865 nach Trier verlegte. 1873 gründete er dann dort eine Zigarettenfabrik, die heute noch besteht. Sein Nachkomme Heinrich Neuerburg verlegte den Firmensitz 1918 nach Köln und gründete dort die Firma Haus Neuerburg. Hauptmarke war die nach dem Kölner Patriziergeschlecht der Overstolzen benannte Marke Overstolz. 1924 wurde in Wandsbek eine erste Fabrik errichtet.

Ab 1923 entstand dann in Köln an Stelle mehrerer am Ende des Ersten Weltkriegs zerstörter Häuser ein mehrteiliger Baukomplex. Zum Gülichplatz hin erinnern zwei unterschiedlich gestaltete Fassaden an frühere Bürgerhäuser der Renaissance und des Barock, einheitlich aus Backstein mit hellen Muschelkalk-Werksteinteilen erbaut. Nach hinten schließen sich Flügel an, aus denen Treppenhäuser vorspringen; einer ist in der für Köln traditionellen, jedoch nirgends mehr original vorhandenen Form als Turm weitergeführt und endet in einem steinernen, zinnenbekrönten Abschlußgeschoß. Die über den ganzen Bau verteilte, vielfältige Bauplastik von Wolfgang Wallner bezieht sich auf die Tabakherstellung und die kölnische Geschichte. Der gesamte Baukomplex wurde durch den in Köln lebenden Architekten Emil Felix 1929 fertiggestellt.

Mit der Übernahme weiterer Unternehmen, wie der Firma Waldorf-Astoria (Stuttgart und Hamburg) 1928, die der Begründer der Waldorfschulen, Emil Molt 1906 gegründet hatte, oder der Firma Eckstein-Halpaus in Dresden und Neubauten in Hamburg (1928) war Haus Neuerburg dann die größte Zigarettenfabrik Deutschlands. Nach anfänglicher Kooperation wurde sie 1935 vom ehemaligen Konkurrenten Reemtsma Cigarettenfabriken in Hamburg übernommen. Die Firma Haus Neuerburg wurde dann 1960 von der US-amerikanischen Firma RJR International übernommen und seit 1977 dann als Reynolds-tobacco Köln, Trier, Berlin weitergeführt. Diese wurde 1999 zusammen mit der amerikanischen Mutter von der Japan Tobacco Inc. (JTI) übernommen.

Marken


* Overstolz
* Güldenring
* Waldorf-Astoria
* Astor
* Eckstein
* Derby

Heute wird die Marke Overstolz von der Firma Japan Tobacco International in Trier hergestellt.

Gebäude


Das Gebäude des Firmensitzes, auch Haus Neuerburg genannt, nahe dem Gürzenich in der Kölner Altstadt, wurde 1923–1924 von dem Kölner Architekten Emil Felix erbaut. Es beherbergt heute Dienststellen der Kölner Stadtverwaltung und des Rates. Die künstlerische Gestaltung der Aussenfassade sowie der Innenbereich wurden vom Kölner Bildhauer Wolfgang Wallner entworfen und ausgeführt.

Die Fabrik in Wandsbek wurde in drei Bauabschnitten errichtet. Der 1926–1928 von Fritz Höger errichtete Teil steht unter Denkmalschutz. Die Fabrik produzierte bis 1988. Seitdem gehört das Gelände der Deutschen Telekom, die es als Verwaltungsgebäude nutzt.

Literatur


* [http://zeit.de/1969/04/manche-moegens-kuehl Manche mögen’s kühl.] In: Die Zeit, Nr. 4/1969, Historie der Firma

Weblinks


* [http://www.bildarchiv-hamburg.de/hamburg/alster/wandse/index3.htm Bilder der Wandsbeker Fabrik]
* [http://www.abendblatt.de/daten/2005/06/04/442503.html?prx=1 Wie mein Großvater ein Märchenbuch errauchte] erschienen am 4. Juni 2005 in Wochenende
* [http://www.hh.shuttle.de/hh/cpg/Raum3/HM_beritKoehler_1/zigarettenfabrik.htm Die Zigarettenfabrik Haus Neuerburg]

* [http://overstolz.de.vu/ Overstolz (Packungsbilder)]

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Kategorie:Ehemaliger Tabakwarenhersteller
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Kategorie:Erbaut in den 1920er Jahren
Kategorie:Bauwerk des Expressionismus in Nordrhein-Westfalen
Kategorie:Backsteinexpressionismus

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