Kemper Werth
Das Kemper Werth (früher auch Pfaffenmütze genannt) ist eine Landzunge zwischen dem Rhein und der Sieg am nordwestlichsten Ende von Geislar, dem nördlichsten Stadtteil von Bonn. An der Spitze der Landzunge befindet sich die Siegmündung.
Das Kemper Werth war früher eine von mehreren Inseln im ehemaligen Siegdelta. Nachdem die Siegmündung im 18. Jahrhundert begradigt worden war und die Sieg nahezu im rechten Winkel auf den Rhein traf, führte dies zu starken Geröllablagerungen im Siegbett und im Rhein. Dies führte zu einer Verflachung des Bettes, wodurch die Sieg bei hohen Wasserständen aus ihrem Bett ausbrach. Noch heute sind die dabei entstandenen toten Mündungsarme unterhalb von Troisdorf-Bergheim sichtbar. Um die Strömung zu optimieren, sollte die Siegmündung wieder verlegt werden. Dazu wurde das Kemper Werth 1852 durch einen Damm mit dem Ufer verbunden, so dass die Sieg seither vor der Mündung nahezu parallel zum Rhein fließt. Durch Verlandung im Bereich des Damms entstand die heutige Halbinsel.
Pfaffenmütz
: Theatrum Europaeum I - Schanze „Pfaffenmütz“, um 1621]]
Im Sommer 1620 drangen niederländische Truppen am Rhein bis Bonn vor Zeitgenössische Illustration von Frans Hogenberg von 1620: Eigentliche Abbildung der auff dem Komper werdt in dem Rhein zwischen beyden dorfferen Berchem und GraenRhindorp ... ({{ULBDD|urn:nbn:de:hbz:061:1-88571}}); Als Graff Heindrich vom Berg mit macht, Die Statt Gulich zu ghorsam hat bracht, ... ({{ULBDD|urn:nbn:de:hbz:061:1-88457}}). Um vormarschierende spanische und pfalzneuburgische Truppen aufzuhalten errichteten die Niederländer auf dem Kemper Werth unter der Führung von Ludwig Heinrich von Hatzfeld eine Festungsanlage. Deren Form erinnerte stark an die Kopfbedeckung der katholischen Geistlichen und wurde deswegen Pfaffenmütz genannt. Die annähernd 3.000 Soldaten der Festung forderten von den umliegenden Dörfern hohe Abgaben, brandschatzten und terrorisierten die Bevölkerung.
Im Juli des Jahres 1622 erreichten die spanischen Truppen unter der Führung von Heinrich vom Berg die untere Sieg und begannen mit der Belagerung der Festung von beiden Rheinufern. Am 26. Dezember 1622 wurde die Anlage von den niederländischen Truppen aufgegeben. Die Festungsanlage wurde danach von den Spaniern besetzt und bis etwa 1629 gehalten. Die Spanier forderten ebenfalls hohe Abgaben von der umliegenden Bevölkerung. In dieser Zeit erhielt sie die Namen Stephansschanze, Fort Isabella oder Isabellen-Insel nach der niederländischen Infantin Isabella Clara Eugenia von SpanienErnst Weyden: Das Siegthal - von der Mündung des Flusses bis zur Quelle, Adolf Lesimple´s Verlag, Leipzig 1865. Dagegen ist der alte Festungsname auf der aus dem Jahre 1796 stammendenden zehnblättrigen Rheinlaufkarte des Carl Friedrich von Wiebeking noch vorhanden, indem zwischen dem linksrheinischen Graurheindorf und der Siegmündung auf der rechten Rheinseite zwei Inseln als Pfaffenmütze bezeichnet sind.Uwe Schwarz: Köln und sein Umland in alten Karten. Von der Eifelkarte zur Generalstabskarte (1550 bis 1897). Emons Verlag, Köln 2005, ISBN 3-89705-343-8, S. 60 Heute ist von der früheren Festung nichts mehr zu sehen.
Literatur
*Heinrich Brodesser: Die Pfaffenmütz - Eine bemerkenswerte Inselbefestigung im Mündungsdelta der Sieg und das Land an der Unteren Sieg zu Beginn des 17. Jahrhunderts, Troisdorf 1990
*Heinrich Brodesser: Die Pfaffenmütz - Eine Inselbefestigung vor der Siegmündung 1620-1623, Troisdorf 1994
Einzelnachweise
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Kategorie:BeuelKategorie:Halbinsel (Deutschland)
Kategorie:Halbinsel (Europa)
Kategorie:Halbinsel (Rhein)
ksh:Pfaffemöötz
tr:Kemper Werth
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