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Kreuzbergkirche

04.12.2011 @ 12:26, PerfektesChaos,

miniatur|hochkant|Das vor der Kirche stehende Gebäude der Heiligen Stiege aus dem Jahr 1746

Die Kreuzbergkirche ist ein Kirchengebäude in Bonn, das bis zum Jahr 1627 im Auftrag des Kurfürsten und Erzbischofs von Köln, Ferdinand von Bayern, auf dem Gipfel des Kreuzbergs erbaut wurde. Die Türme der Kirche sind von weiten Teilen Bonns und des Vorgebirges aus sichtbar.

Geschichte


Schon vor der Errichtung der heutigen Kreuzbergkirche befand sich auf dem Kreuzberg eine Wallfahrtsstätte, an der das heilige Kreuz nachweislich ab dem 15. Jahrhundert verehrt wurde.

Ältestes erhaltenes Zeugnis ist ein Bildstock am Weg von Bonn-Ippendorf zum Kreuzberg aus dem Jahr 1616. In der Nähe dieses Bildstocks befand sich bis zum Jahr 1627 eine Kreuzkapelle, die vermutlich in spätgotischer Zeit errichtet wurde.

Nach der Überlieferung pilgerten im Jahr 1429 etwa 50.000 Menschen zu einem Kreuz oberhalb von Bonn-Lengsdorf. Dieses Kreuz stand vermutlich an gleicher Stelle, an der die Kreuzkapelle erbaut wurde.

Nach dem Abbruch dieser Kreuzkapelle wurde bis zum Jahr 1627 im Auftrag des Erzbischofs von Köln, Ferdinand von Bayern, an anderer Stelle auf dem Kreuzberg die heutige Kreuzbergkirche erbaut.

Auf Veranlassung des Erzbischofs kamen im Jahr 1637 Bettelmönche des Servitenordens, die in besonderer Weise die Schmerzen der Gottesmutter verehren, aus Innsbruck nach Bonn. Für die Mönche wurde ein kleiner Konvent am Westturm der Kirche angebaut. Ein geplanter größerer Konvent, nach einem erhalten gebliebenen Bauplan, wurde nie ausgeführt. Im Verlauf der Säkularisation mussten die Serviten im Jahr 1802 die Kirchenanlage verlassen.

Im Jahr 1746 stiftete Kurfürst Clemens August die Heilige Stiege, an deren Planung der berühmte Baumeister Balthasar Neumann mitwirkte. Sie befindet sich in einem repräsentativen Gebäude direkt vor der Kirche, das dem Haus des Pontius Pilatus entsprechen soll. Eingearbeitete Messingkreuze auf der zweiten, elften und letzten von 28 Stufen markieren die Stellen, an denen der Sage nach Fragmente des Kreuzes Christi in die Treppe eingelassen sein sollen. In einer Kapelle am Ende der Treppe steht ein Altar mit einer Kreuzigungsgruppe. Die Malereien im Gewölbe thematisieren den Triumph des Kreuzes.

Zur Zeit der Jesuiten, in den Jahren von 1855 bis 1872, wurden die Bildstöcke der „Sieben Fußfälle“ am Wallfahrtsweg aus Richtung Bonn-Poppelsdorf und die 14 Stationen des Kreuzweges (1861–1865) errichtet. Die Stationen des Kreuzweges wurden am Weg rund um die Kirchenanlage errichtet, sind aber nur noch teilweise erhalten. Weitere Bildstöcke wurden am Weg von Bonn-Endenich zur Kirche errichtet.

Den Jesuiten als Bewohner der Kirchenanlage folgten von 1889 bis Ende 1968 die Franziskaner (OFM).

Durch die Bemühungen des Bonner Hofrats Caspar Oppenhoff wurden Kreuzbergkirche und Heilige Stiege im Jahr 1899 vor dem Abbruch bewahrt.

Seit 1970 befindet sich dort ein Zentrum für internationale Bildung und Kulturaustausch.

Orgel


Die Konzertorgel der Kreuzbergkirche wurde 1998 von der Orgelbaufirma Johannes Klais (Bonn) erbaut, wobei teilweise Pfeifenmaterial aus dem Vorgängerinstrument aus den Jahren 1969–1970 wiederverwendet wurden. Sie steht in einem historischen Gehäuse, dessen Herkunft ungeklärt ist. Das Instrument hat 26 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Spieltrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen elektrisch.Nähere Informationen zur [http://www.kreuzberg-bonn.de/Orgel.html Orgel der Kreuzbergkirche]

{| border="0" cellspacing="24" cellpadding="18" style="border-collapse:collapse;"
| style="vertical-align:top" |
{| border="0"
| colspan="16" | I Oberwerk C–
----
|-
| 1. || Principal || 8′
|-
| 2. || Viola da Gamba || 8'
|-
| 3. || Rohrflöte || 8′
|-
| 4. || Oktave || 4′
|-
| 5. || Gedackt || 4′
|-
| 6. || Quinte || 22/3′
|-
| 7. || Superoktave || 2′
|-
| 8. || Terz || 13/5′
|-
| 9. || Cornett III
|-
| 10. || Mixtur IV
|-
| 11. || Trompete || 8′
|-
| 12. || Vox humana || 8′
|}
| style="vertical-align:top" |
{| border="0"
| colspan="16" | II Rückpositiv C–
----
|-
| 13. || Gedackt (B) || 8′
|-
| 14. || Gedackt (D) || 8′
|-
| 15. || Flaut travers (D) || 8′
|-
| 16. || Rohrflöte || 4′
|-
| 17. || Principal || 2′
|-
| 18. || Sifflöte || 11/3′
|-
| 19. || Tintinabulum II || 13/5′
|-
| 20. || Mixtur III
|-
| 21. || Dulcian || 8′
|-
| || Tremulant
|}
| style="vertical-align:top" |
{| border="0"
| colspan="16" | Pedal C–
----
|-
| 22. || Subbass || 16′
|-
| 23. || Principal || 8′
|-
| 24. || Gedackt || 8′
|-
| 25. || Oktave || 4′
|-
| 26. || Posaune || 16′
|-
| 27. || Trompete || 8′
|}
|}
* Koppeln: II/I, I/P, II/P

* Spielhilfen: 3072-fache Setzeranlage

Glocken


miniatur|hochkant|Glockenturm

Im Glockenturm hängt ein Geläut aus drei Glocken, die im Jahre 1925 von der Glockengießerei Bachert in Karlsruhe gegossen worden sind. Da sie von den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges verschont geblieben sind, haben sie Denkmalwert; nur wenige Glocken aus dieser Zeit sind noch erhalten geblieben.Gerhard Hoffs: [http://www.glockenbuecherebk.de/pdf/glockenbuch_bonn.pdf Glockenmusik der Katholischen Kirchen Bonns.] (PDF) S. 17.

{| class="wikitable"
|-----
|bgcolor=#dddddd| Nr.
  ||bgcolor=#dddddd| Gussjahr
  ||bgcolor=#dddddd| Gießer, Gussort
  ||bgcolor=#dddddd| Durchmesser
(mm) ||bgcolor=#dddddd| Masse
(kg) ||bgcolor=#dddddd| Schlagton
(HT-1/16)
|-----
| 1 || align="center"|1925 || Alfred I. oder Karl II. Bachert, Karlsruhe || align="right"|1060 || align="right"|678 || g1 −7
|-----
| 2 || align="center"|1925 || Alfred I. oder Karl II. Bachert, Karlsruhe || align="right"|880 || align="right"|380 || b1 −1
|-----
| 3 || align="center"|1925 || Alfred I. oder Karl II. Bachert, Karlsruhe || align="right"|780 || align="right"|270 || c2 −5

|}

Siehe auch


* Marterkapelle am Fuße des Kreuzbergs

Literatur


* Andreas Denk, Ingeborg Flagge: Architekturführer Bonn. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-496-01150-5, S. 52.

Weblinks


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Einzelnachweise


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Kategorie:Kirchengebäude in Bonn
Kategorie:Ippendorf
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