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Kunstmuseum Bonn

29.03.2012 @ 07:18, Eingangskontrolle,


Das Kunstmuseum Bonn zeigt seit 1992 neben Werken des Rheinischen Expressionismus vorwiegend Werke deutscher Künstler aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Es hat eine Ausstellungsfläche von 4700 m² und gehört zur „Museumsmeile“ in Bonn.

Geschichte


thumb|Innenansicht

Die Planungen für den Bau eines städtischen Kunstmuseums begannen Anfang der 1980er-Jahre als Teil eines Gesamtkonzepts zur Errichtung von Kulturbauten des Bundes in der damaligen Hauptstadt Bonn. 1985 wurde von der Stadt Bonn ein zweistufiger Hochbauwettbewerb ausgelobt, der 250 Einzelentwürfe hervorbrachte und auch Ideen für die geplante Bundeskunsthalle einbezog. Beide Museen sollten, trotz der unterschiedlichen Träger, ein Ensemble bilden und durch den heute so genannten „Museumsplatz“ miteinander verbunden werden. Auf dem späteren Baufeld des Kunstmuseums stand ein Zollamt des Bundes aus den 1950er-Jahren, das abgerissen und nach Oberkassel verlagert werden musste. Auch eine Freiluft-Umspannanlage von RWE stand dem Vorhaben im Weg, die neugeordnet und komprimiert wurde.

Gebaut wurde das Kunstmuseum Bonn ab 1985 von dem ersten Preisträger des Wettbewerbs, dem Architektenbüro BJSS - Dietrich Bangert, Bernd Jansen, Stefan Scholz, Axel Schultes - und Jürgen Pleuser. Die Baukosten des 1992 eröffneten Museums betrugen ca. 100 Mio. DM. Der Bau ist eine der wichtigsten Museumsneubauten nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Museum hat drei Eingänge, die seine Offenheit symbolisieren. Die Treppe gestalteten die Architekten „als eine präzise, juwelierartig geschnittene Geometrie. Die Lichtkonzeption bringt die Sammlung zum Leben“.

Direktoren


:Dr. Walter Holzhausen 1947-1961
:Dr. Eberhard Marx 1962-1976
:Dr. Dierk Stemmler 1977-1985
:Dr. Katharina Schmidt 1985-1992
:Prof. Dr. Dieter Ronte 1993-2008

:Prof. Dr. Stephan Berg seit 2008

Rheinische Expressionisten und Kunst nach 1945

Die Sammlungen des Bonner Kunstmuseums bestehen im Wesentlichen aus drei Schwerpunkten: den Rheinischen Expressionisten, die deutsche Kunst der Gegenwart seit 1945 (besonders die Kunst der 60er, 70er, 80er und beginnend auch der 90er-Jahre) sowie die Sammlung Internationaler Grafik seit 1945. Neben den Rheinischen Expressionisten, das Museum besitzt die größte Sammlung der Welt, werden vor allem Arbeiten deutscher Künstler gezeigt. Dazu gehören im Besonderen Georg Baselitz, Joseph Beuys, Hanne Darboven, Anselm Kiefer und Blinky Palermo. Daneben werden auch internationale Beispiele von herausragender Qualität gezeigt, wie Robert Delaunay in der August Macke-Abteilung, der Engländer Richard Long in der Kombination mit Blinky Palermo, Joseph Beuys mit Lucio Fontana und Jannis Kounellis mit Gerhard Merz. „Es gibt keinen anderen Ort in der Welt“, so das Kunstmuseum Bonn in seiner Selbstdarstellung, „an dem deutsche Kunst nach '45 so ausgewählt, so besonders und so prägnant studiert werden kann wie in Bonn.“

August Macke im Kunstmuseum



image:August Macke 043.jpg|Selbstportrait mit Hut (1909)
image:August Macke 014.jpg|Gemüsefelder (1911)
Image:August Macke 030.jpg|Marienkirche mit Häusern und Schornstein (1911)
image:August Macke 041.jpg|Die Seiltänzerin (1914)

Graphische Sammlungen und Videokunst


Die Zielsetzung des Museums wird ergänzt durch eine graphische Sammlung mit Arbeiten auf Papier. Dazu zählen Werkblöcke wie die Multiples von Beuys, illustrierte Bücher von Max Ernst und druckgraphische Werke der Sammlung Bolliger. Die Graphische Sammlung umfasst mehr als 5000 Arbeiten aus dem 20. und 21. Jahrhundert.

Zu den Sammlungen gehört ebenfalls die Video-Sammlung Oppenheim, darunter Werke von Joan Jonas, Dennis Oppenheim, Klaus vom Bruch, Marcel Odenbach, Ulrike Rosenbach und weitere Werke von Künstlern, wie beispielsweise Julian Rosefeldt.

Seit 1984 findet alle zwei Jahre die Videonale statt, ein Festival für zeitgenössische Videokunst.

Skulpturen im Außenbereich des Kunstmuseums



Datei:Prager3.jpg|Heinz-Günter Prager: Gäa (2001)
Image:Bonn 1998.jpg|Jürgen Partenheimer, "Weltachse"
File:Katharinagrosse1.jpg|Katharina Grosse: „In Seven Days Time“ (2011)

Neuorientierung


Umfangreiche Änderungen im Bereich der Dauerausstellung erfolgten Anfang des Jahres 2007. Grund dafür war die zeitgleich erfolgte Trennung des Hauses von der ehemaligen Sammlung Grothe, die 2005 für 50 Mio. € in den Besitz des Sammlerpaares Ströher übergegangen ist. Der damalige Leiter des Kunstmuseums, Dieter Ronte, beschrieb die Neuorientierung des Hauses mit der Devise „jünger, spannender, flexibler“. Betroffen von dem Bruch zwischen Kunstmuseum und Sammler ist beispielsweise Sigmar Polkes „Entartete Kunst“ und Gotthard Graubners „Assisi-Zyklus“. An ihrer Stelle sind nun Arbeiten jüngerer Künstler wie Thomas Rentmeister, Stefan Eberstadt, Cornel Wachter und Dunja Evers zu sehen. Folgen hatte die Trennung auch für Skulpturen von Markus Lüpertz und A.R. Penck im Außenbereich. Sie gehören ebenfalls zu der Sammlung Ströher und wurden 2011 entfernt.

Im April 2008 erhielt das Museum einen neuen Leiter: Stephan Berg löste Dieter Ronte als Intendant ab.

Sonderausstellungen

* 2009/2010: Franz Ackermann
* 2010/2011: Mitch Epstein, State of the Union
* 2010/2011: Bonner Kunstpreis 2009: Alexander Braun, WienerWalden
* 2010/2011: Dorothea von Stetten Kunstpreis 2010

* 2012: Kris Martin: Everyday of the Weak

Literatur


* Kunstmuseum Bonn (Hrsg.): Deutsche Dokumente – Arbeiten auf Papier im Kunstmuseum Bonn. Die Sammlung, Bonn 1992; kein ISBN
* Andreas Denk, Ingeborg Flagge: Architekturführer Bonn. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-496-01150-5, S. 88.

* Mitch Epstein: State of the Union. Katalog. Hatje Cantz, Ostfildern 2010, ISBN 978-3-7757-2784-6

Weblinks


{{Commons}}
* [http://www.bonn.de/kunstmuseum/ Kunstmuseum Bonn]

* [http://www.art-magazin.de/szene/1306/_der_hype_um_berlin_wird_sich_abschw_chen_ „Der Hype um Berlin wird sich abschwächen“ - Gespräch mit Stephan Berg]

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