Lampertheim
{{Dieser Artikel|beschreibt Lampertheim in Hessen. Für Lampertheim im Elsass siehe Lampertheim (Bas-Rhin).}}
{{Infobox Gemeinde in Deutschland
|Art = Stadt
|Wappen = WappenLampertheim.svg
|Breitengrad = 49/36
|Längengrad = 08/28
|Lageplan = Lampertheim_in_HP.svg
|Bundesland = Hessen
|Regierungsbezirk = Darmstadt
|Landkreis = Bergstraße
|Höhe = 92
|Fläche = 72.3
|PLZ = 68623
|PLZ-alt = 6840
|Vorwahl = 06206, 06256, 06241
|Kfz = HP
|Gemeindeschlüssel = 06431013
|NUTS =
|LOCODE =
|Gliederung = Kernstadt und 4 Stadtteile
|Straße = Römerstraße 102
|Website = [http://www.lampertheim.de/ www.lampertheim.de]
|Bürgermeister = Erich Maier
|Partei = parteilos
}}
thumb|Das Naturschutzgebiet Biedensand
Lampertheim ist eine Stadt in Hessen im Kreis Bergstraße.
Geographie
Geographische Lage und Nachbargemeinden
Lampertheim liegt in Südhessen in der Oberrheinischen Tiefebene am Naturschutzgebiet Biedensand (Altrheinarm).
Die Stadt grenzt an Biblis, Bürstadt, Lorsch, Viernheim (alle im Kreis Bergstraße) sowie im Westen an die kreisfreie Stadt Worms (Rheinland-Pfalz) und im Süden an Mannheim (Baden-Württemberg). Sie ist die drittgrößte Stadt im Kreis Bergstraße.
Stadtgliederung
Als Stadtteile gehören zu Lampertheim Hofheim, Hüttenfeld, Neuschloß und Rosengarten. Als Wohnplätze existieren zudem Heide, Oberlach-Rosenau, Am Küblinger Damm, Lache, An der Wormser Straße, In den Böllenruthen, In den Ruthen, Wehrzollhaus, Wildbahn und Seehof.
Geschichte
Lampertheim und seine Umgebung sind, wie Funde in der Gemarkung zeigen, seit der jüngeren Steinzeit (3.000–2.000 v. Chr.) durchgehend besiedelt. Auf die jahrhundertelang ansässigen Kelten folgten die Germanen und eine römische Besatzung:
:Ein römisches Gräberfeld, römische Schüsseln, Fibeln und Münzen aus der Zeit von Kaiser Domitian (81–96 n. Chr.) lassen darauf schließen, dass Lampertheim ein römisches Lager war.Stadtarchiv Lampertheim, Hubert Simon, Stadtarchivar, Chronik der Stadt Lampertheim und ihrer Stadtteile
Erste aus dem Jahre 832 überlieferte Namensformen wie Langobardonheim oder Langbardheim ließen zunächst auf eine Gründung der Langobarden schließen. Es gibt heute jedoch kaum noch Zweifel, dass Lampertheim während der fränkischen Besiedlung entstand und als Heim des Lantberth „der Landglänzende“ (auch Lampert oder Lambert) zu deuten ist.
911 wurde Hofheim erstmals im ”Codex Edelini“ des Klosters Weißenburg erwähnt. Stadtarchiv Lampertheim, Hubert Simon, Stadtarchivar, Historische Zeittafel für Lampertheim und seine Stadtteile
1422 führten drei Halbinseln, die gegenüber von Worms im stark mäandernden Rhein gelegen sind, den Namen ”Rosengarten“.
Schon 35 Jahre vorher wurde 1387 die Kellerei Stein (Worms) mit ihren drei Amtsorten Lampertheim, Hofheim und Nordheim zur Hälfte an die Kurpfalz verpfändet. Daraus resultierte eine doppelte und vielfach konkurrierende Gerichtsbarkeit durch den Bischof von Worms, zu dessen Hochstift Lampertheim vorher vollständig gehörte, und dem Kurfürsten von der Pfalz, „Pfalzgraf bey Rhein“. Daher kam Lampertheim unter das Schriesheimer Zentgericht, das im Namen beider Herren urteilte.
Dessen ungeachtet überwog auf Dauer der kurpfälzische Einfluss, und um 1540 wurde in dem gerade wieder aufgebauten Ort – niedergebrannt 1504 im bayrischen Erbfolgekrieg – die Reformation eingeführt.
Der Dreißigjährige Krieg traf Lampertheim besonders schwer: Nach der Zerstörung 1622 gab es nur noch 10 Einwohner – wer von den anderen noch überlebt hatte, der war in die befestigten Orte der Umgebung geflohen.
1716 erhielt der Ort das Marktrecht und am 4. August 1951 das Stadtrecht.Politik
Stadtverordnetenversammlung
Die Kommunalwahl am 27. März 2011 führte bei einer Wahlbeteiligung von 37,7 % zu folgendem Ergebnis:[http://www.statistik-hessen.de/themenauswahl/wahlen/index.html Hessisches Statistisches Landesamt] und [https://sdnet.ekom21.de/lampertheim/gremien.do?mode=0&gid=2 Stadt Lampertheim]
{{Wahldiagramm
|LAND = DE
|GUV = ja
|PROZENT =
|TITEL = Kommunalwahl 2011
|TITEL2 =
|JAHRALT = 2006
|JAHRNEU = 2011
|PARTEI1 = SPD
|ERGEBNIS1 = 44.1
|ERGEBNISALT1 = 44.4
|PARTEI2 = CDU
|ERGEBNIS2 = 31.3
|ERGEBNISALT2 = 37.6
|PARTEI3 = GRÜNE
|ERGEBNIS3 = 17.8
|ERGEBNISALT3 = 8.0
|PARTEI4 = FDP
|ERGEBNIS4 = 6.9
|ERGEBNISALT4 = 10.0
}}
{| class="wikitable"|- class="hintergrundfarbe5"
|colspan="2" | Parteien und Wählergemeinschaften
|align="center" | %
2011
|align="center" | Sitze
2011
|align="center" | %
2006
|align="center" | Sitze
2006
|align="center" | %
2001
|align="center" | Sitze
2001
|-
|SPD
|Sozialdemokratische Partei Deutschlands
|align="right" |44,1
|align="right" |20
|align="right" |44,4
|align="right" |20
|align="right" |46,6
|align="right" |21
|-
|CDU
|Christlich Demokratische Union Deutschlands
|align="right" |31,3
|align="right" |14
|align="right" |37,6
|align="right" |17
|align="right" |31,8
|align="right" |14
|-
|Grüne
|Bündnis 90/Die Grünen
|align="right" |17,8
|align="right" |8
|align="right" |8,0
|align="right" |4
|align="right" |6,4
|align="right" |3
|-
|FDP
|Freie Demokratische Partei
|align="right" |6,9
|align="right" |3
|align="right" |10,0
|align="right" |4
|align="right" |8,2
|align="right" |4
|-
|FWG
|Freie Wählergemeinschaft
|align="right" |–
|align="right" |–
|align="right" |–
|align="right" |–
|align="right" |7,0
|align="right" |3
|--- class="hintergrundfarbe5"
|colspan="2" |gesamt
|align="right" |100,0
|align="right" |45
|align="right" |100,0
|align="right" |45
|align="right" |100,0
|align="right" |45
|--- class="hintergrundfarbe5"
|colspan="2" |Wahlbeteiligung in %
|colspan="2" align="center" |40,8
|colspan="2" align="center" |37,7
|colspan="2" align="center" |44,1
|}
Bürgermeister
Bürgermeister in Lampertheim waren seit 1821:[http://www.lampertheim-informativ.de/stadtinfos.html Stadt Lampertheim]
{| class="wikitable"
! bgcolor="#FFDEAD" | Amtszeit
! bgcolor="#FFDEAD" | Bürgermeister
|-
| 1821–1822 || Jakob Haumüller
|-
| 1822–1824 || Adam Schick
|-
| 1825–1830 || Adam Thomas
|-
| 1831–1853 || Valentin Billau
|-
| 1853–1861 || Martin Billau
|-
| 1862–1870 || Adam Billau
|-
| 1870–1872 || Hartmann Seelinger
|-
| 1872–1874 || Johann Strauß (Übernahme der Amtsgeschäfte
nach dem Tod von Hartmann Seelinger am 22. August 1872)
|-
| 1874–1904 || Adam Seelinger IX.
|-
| 1905–1919 || Johann Martin Boxheimer
|-
| 1919–1920 || Adam Württemberger 1.
|-
| 1920–1925 || Adam Knecht IX.
|-
| 1925–1933 || Adam Keller
|-
| 1933–1937 || Walter Köhler
|-
| 1937–1945 || Georg Ludwig Grünewald
|-
| 28. März 1945 bis 25. Juli 1945 || Adam Keller
|-
| 25. Juli 1945 bis 1. Oktober 1945 || Albert Schulte
|-
| 1. Oktober 1945 bis 16. Oktober l945|| Adam Keller
|-
| 16. Oktober 1945 bis 31. März 1946 || Ernst Kretschmar
|-
| 1. April 1946 bis 30. Juni 1960 || Adam Günderoth
|-
| 1. Juli 1960 bis 30. Juni 1966 || Kurt Zeilfelder
|-
| 1. Juli 1966 bis 18. Dezember 1981 || Hans Pfeiffer
|-
| 12. März 1982 bis 31. März 1994 || Gisbert Dieter
|-
| 1. April 1994 bis 31. August 1997 || Jürgen Dieter
|-
| seit 1. September 1997 || Erich Maier
|}
Wappen
Das Wappen wurde am 5. März 1930 durch Wilhelm Leuschner, Innenminister des Volksstaates Hessen, bewilligt. Die Blasonierung lautet: In Schwarz ein von zwei sechsstrahligen goldenen Sternen begleitetes silbernes Andreaskreuz.{{Internetquelle |url=http://www.lampertheim.de/cms/bfh.php?netfolderID=10268&depth=2&ida=10008&idb=0 |titel=Stadt Lampertheim – Das Wappen |zugriff=11. Mai 2010}}
Städtepartnerschaften
Lampertheim unterhält Partnerschaften mit 6 Städten:
* Adria in Italien,
* Dieulouard in Frankreich,
* Ermont in Frankreich,
* Maldegem in Belgien,
* Świdnica in Polen und
* Wierden in Niederlande
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Religionen
thumb|Die Domkirche der Lukasgemeinde
In Lampertheim gibt es diese Kirchengemeinden:
* Römisch-katholische Gemeinde Mariä Verkündigung* Evangelische Martin-Luther-Gemeinde
* Katholische St.-Andreas-Gemeinde
* Evangelische Lukasgemeinde
* Evangelisch-methodistische Kirche
* Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten)
* Evangelische Liebenzeller Gemeinde
* Neuapostolische Kirche
Museen
Heimatmuseum Lampertheim, ein Museum in einem alten Haus mit Führung.
Musik
In der Musikschule Lampertheim gibt es einen Kinderchor. In der Musikschule kann man verschiedene Instrumente lernen oder Gesangsunterricht nehmen.
Unter dem Begriff [http://www.mil-lampertheim.de/ Musiker Initiative Lampertheim] haben sich verschiedene ansässige Musiker zusammengeschlossen und bieten gemeinsam ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm an.
Bauwerke
Erwähnenswert in Hüttenfeld sind das im Jahr 1853 vom Baron Rothschild erbaute Schloss Rennhof und das 1906/07 erbaute alte Schulhaus. Im Schloss Rennhof befindet sich seit 1953 ein litauisches Gymnasium.
Parks
Der Lampertheimer Park liegt mitten im Stadtgebiet und grenzt an den Alten Lampertheimer Friedhof.
Sport
* Badmintonverein Lampertheim 88 e.V.
* SG Neptun Lampertheim (Schwimmen)
* Wassersportverein Lampertheim 1929 e.V. (u. a. Kanu)
* Kanu-Club Lampertheim 1952 e.V.
* A.S. Azzurri ITALIA Lampertheim (Fußball)
* Olympia Lampertheim (Fußball)
* VfB Lampertheim (Fußball)
* FC Waldesruh Lampertheim (Fußball)
* FC Waldhorn Lampertheim (Frauen und Männer Fußball)
* FV Hofheim (Fußball)
* VLK Lampertheim (Kegeln)
* TV Lampertheim (Turnen, Handball, Fußball etc.)
* Reitsport Weiland
* DLRG
* Tc Rot Weiß Lampertheim (Tennis)
* Radsportverein Solidarität Lampertheim e.V. (Kunst- und Einradfahren)
* SV Alemania Lampertheim (Fußball)
* TGV-Rosengarten (Jazz und Modern Dance)
* THC Lampertheim
* ASV Lampertheim (Ringen)
* Schützenverein 1923 Hubertus
* Tauchclub Lampertheim (TCL)
Regelmäßige Veranstaltungen
* Lampertheimer Spargellauf
* Lampertheimer Spargelfest
* Lampertheimer Kerwe
* Lampertheimer Gewerbeschau
* Lampertheimer Autosalon
Medien
* Lampertheimer Zeitung
* Südhessen Morgen Ausgabe Lampertheim
Wirtschaft und Infrastruktur
Lampertheim ist Sitz der Quoka-Gruppe. Außerdem gibt es Zweigstellen einiger Großunternehmen (Roche, BASF, früher Ciba, und IXYS). Den Großteil der Arbeitgeber machen jedoch Kleinbetriebe in Handwerk und Dienstleistung aus.
Im angrenzenden Staatswald zwischen Neuschloß und Hüttenfeld an der L 3110 betreibt der US-amerikanische Auslandsdienst International Broadcasting Bureau eine Sendeanlage.
Lampertheim hat einen Bahnhof an der Riedbahn.
Das Amtsgericht Lampertheim hat seinen Sitz in der Stadt.
Einrichtungen der ehemaligen Besatzungsmächte
Die amerikanischen Truppen betreiben im benachbarten Mannheim-Sandhofen den Luftwaffenstützpunkt Coleman Barracks. Amerikanisches Militär nutzt noch einen Truppenübungsplatz im Lampertheimer Wald, die Lampertheim Training Area.
Bildung
In Lampertheim gibt es vier weiterführende Schulen. Das Lessing-Gymnasium Lampertheim ist ein Gymnasium, das am 4. April 2008 auch die offizielle Urkunde für Hochbegabtenförderung erhalten hat. Weiter gibt es die Alfred-Delp-Schule, eine gemeinschaftliche Haupt- und Realschule und die Biedensandschule, eine Sonderschule für besonders förderungsbedürftige Schüler, sowie die Berufliche Schule des Kreises Bergstraße.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
* Constantin Braun (* 1988), Eishockeyspieler
* Alfred Delp (1907–1945), Jesuitenpater und Widerstandskämpfer
* Reinhard Gaier (* 1954), Bundesverfassungsrichter und Juraprofessor
* Denis Gremelmayr (* 1981), ATP Tennisprofi
* Manfred Herweh (*1954) Motorradrennfahrer
* Wilhelm Herz (1912–1998), Motorradrennfahrer und Weltrekordhalter
* Martin Jakob Kärcher (1875-1951), Landtagsabgeordneter (DVP)
* Karl Keilmann (1900-1975), Landtagsabgeordneter und Stadtverordneter in Lampertheim (FDP)
* Carolin Leonhardt (* 1984), Kanutin
* Nicole Reinhardt (* 1986), Kanutin (Olympiasiegerin)
* Klaus Schlappner (* 1940), Fußballtrainer
* Norbert Schwefel (* 1960), Musiker und Produzent
* Elke Voelker (* 1968), Organistin, Musikwissenschaftlerin
Ehrenbürger
* 1836: Anton Camesasca (1792-1840),
* 1843: Franz Steppes (1790-1844),
* 1882: Dr. Julius Usinger (1828-1902),
* 1951: Carl Lepper (1886-1962),
* 1951: Jakob Günderoth (1858-1952),
* 1956: Wilhelm Herz (1912-1998),
* 1960: Ferdinand Keilmann (1880-1968),
* 1979: Wilhelm Ohl (1909-1976),
* 1979: Wilhelm Friedrich (1912–2010),
* 1982: Hans Pfeiffer (1923-1981),
* 1995: Alfred Delp (1907-1945),
* 2007: Heinrich Karb * 1922,
* 2008: Nicole Reinhardt * 1986
Einzelnachweise
Weblinks
{{Commonscat}}
* [http://www.lampertheim.de/cms/bfh.php Website der Stadt Lampertheim]
* {{DNB-Portal|2001225-1}}
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