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Nordhessen

05.05.2012 @ 13:21, ,

300px|miniatur|Nordhessen und seine Landkreise in den Verwaltungsgrenzen des Regierungsbezirks Kassel
300px|miniatur|Die sagenumwobene "Sababurg" im Rheinhardswald
miniatur|Region zwischen Region. Nordhessens Nachbarschaft
Nordhessen bezeichnet mit dem nördlichen Teil des Landes Hessen dessen historisches Kerngebiet. Die Region ist – im Gegensatz zu der Bezeichnung Niederhessen – keine historische Landesbezeichnung und auch keine bestehende einheitliche und offizielle Verwaltungsgliederung. Die Benennung ist jedoch weit verbreitet und wird heute häufig verwendet, nicht zuletzt auch zur bewussten Abgrenzung gegenüber dem südhessischen Raum. In Nordhessen wohnen über eine Million Menschen, die größte Stadt ist die kurhessische Hauptstadt Kassel.

Weitere historisch bedeutsame Orte in den umgebenden Kreisen sind Arolsen und Korbach, Bad Hersfeld und Melsungen, Homberg (Efze) und Fritzlar, Witzenhausen und Eschwege. Die Stadt Fulda und die Rhön gehören gebietshistorisch erst seit dem Westfälischen Frieden und der Bildung des Deutschen Bundes in Folge des Wiener Kongresses 1815 zum Kurfürstentum Hessen. Die gegographische Bedeutung des Vogelsberg orientiert sich eher in Richtung Schmalkalden und Thüringer Wald.

Geographie


Geographische Abgrenzung


Die mit Nordhessen bezeichnete Region entspricht in einiger Hinsicht der Ausdehnung des Regierungsbezirks Kassel.

Eine klare Abgrenzung, insbesondere nach Süden, zu Regionsbezeichnungen wie Mittelhessen und Osthessen besteht jedoch nicht und ist, wenn sie denn versucht wird, oft widersprüchlich. Auf einem 1973 in Kassel abgehaltenen Geographentag, dessen „Festschrift“ unter dem Titel Beiträge zur Landeskunde von Nordhessen erschien, wurde unter Berücksichtigung von kulturräumlichen Gegebenheiten als ungefähre südliche Abgrenzung eine Linie Marburg (Landkreis Marburg-Biedenkopf) – Alsfeld (Vogelsbergkreis) – Hünfeld (Landkreis Fulda und damit die nördliche Vorderrhön) vorgeschlagen.

Als unumstritten gilt, dass – neben der kreisfreien Stadt Kassel – die nördlich dieser Linie gelegenen Landkreise Hersfeld-Rotenburg, Kassel, Schwalm-Eder-Kreis, Waldeck-Frankenberg und Werra-Meißner-Kreis geographisch zur Gänze zu Nordhessen gehören.

Administrative Abgrenzungen


Da die Region Nordhessen geographisch betrachtet nicht abschließend definiert ist, gibt es je nach Aufgabenbereich unterschiedliche politische Abgrenzungen:
* Regierungsbezirk Kassel: die oben genannten fünf Landkreise, die Stadt Kassel und der Landkreis Fulda
* Das Gebiet des Nordhessischen Verkehrsverbundes: die oben genannten fünf Landkreise und die Stadt Kassel

* Bezirk der Industrie- und Handelskammer Kassel: die oben genannten fünf Landkreise, die Stadt Kassel und der einwohnermäßig größere Teil des Landkreises Marburg-Biedenkopf (Altkreis Marburg)[http://www.ihk-kassel.de/index.cfm?CFID=16594513&CFTOKEN=56290351&at=Regionaler%20Service IHK Kassel]

Landschaft


thumb|Edersee und Staumauer, Blick vom Uhrenkopf

Nordhessen ist durch eine waldreiche Mittelgebirgslandschaft geprägt. Darin liegen beispielsweise diese Gebirgslandschaften − sortiert nach Maximalhöhe in Meter über Normalnull (NN): Rothaargebirge (im Upland {{Höhe|843.2}}), Fulda-Werra-Bergland (mit Hohem Meißner, {{Höhe|753.6}}), Kellerwald ({{Höhe|675.3}}), Knüllgebirge ({{Höhe|635.5}}), Habichtswald ({{Höhe|614.7}}), Reinhardswald ({{Höhe|472.2}}) und Burgwald ({{Höhe|443.1|DE-NN}}). Der höchste Berg des oftmals mit dem Begriff Nordhessen gleichgesetzten Regierungsbezirks Kassel ist die {{Höhe|950.2}} hohe Wasserkuppe in der Rhön.

Durch Nordhessen fließen die Flüsse Werra und Fulda, die sich in Hann. Münden zur Weser vereinen. Ein Nebenfluss der Fulda ist die Eder, die mit dem Edersee einen der größten Stauseen in Deutschland bildet. Weitere Stauseen sind unter anderem: Diemelsee und Twistesee.

In der Region befindet sich mit dem Nationalpark Kellerwald-Edersee der einzige Nationalpark Hessens und zudem zahlreiche Naturparke.

Größte Städte


thumb|Der Herkules an der Wilhelmshöhe in Kassel
thumb|Die Stiftsruine in Bad Hersfeld
thumb|Der Fritzlarer Dom
thumb|Die Vollmarshäuser Linde in Lohfelden
thumb|Die barocke Residenz Bad Arolsen
thumb|Die Kurhessenbahn im Bahnhof Korbach

Nordhessen ist im Vergleich zum Rhein-Main-Gebiet dünner besiedelt und somit unter dem Durchschnitt des Landes Hessen. Wirtschaftlicher Mittelpunkt ist mit Abstand die Region Kassel, mit der Stadt Kassel und Vororten wie Lohfelden oder Baunatal. Viele Gemeinden sind administrativ zu Städten zusammengefasst, aber häufig trotzdem ländlich geprägt. Folgende Städte haben mehr als 10.000 EinwohnerHessisches Statistisches Landesamt: [http://www.statistik-hessen.de/themenauswahl/bevoelkerung-gebiet/regionaldaten/bevoelkerung-der-hessischen-gemeinden/index.html Die Bevölkerung der hessischen Gemeinden], Wiesbaden, Stand 31. Dezember 2010:
(Gemeinden ohne Stadtrechte sind nicht aufgeführt!)

{| class="wikitable sortable"
|- class="hintergrundfarbe5"
! Stadt
! Landkreis
! Einwohnerzahl
! Stand am
|-
| style="text-align:right;"| Kassel || style="text-align:center;"| kreisfrei || style="text-align:right;"| 195530 || 31.12.2010
|-
| style="text-align:right;"| Bad Hersfeld || style="text-align:center;"| HEF || style="text-align:right;"| 30087 || 31.12.2010
|-
| style="text-align:right;"| Baunatal || style="text-align:center;"| KS || style="text-align:right;"| 27642 || 31.12.2010
|-
| style="text-align:right;"| Korbach || style="text-align:center;"| KB || style="text-align:right;"| 23581 || 31.12.2010
|-
| style="text-align:right;"| Eschwege || style="text-align:center;"| ESW || style="text-align:right;"| 19882 || 31.12.2010
|-
| style="text-align:right;"| Frankenberg || style="text-align:center;"| KB || style="text-align:right;"| 18807 || 31.12.2010
|-
| style="text-align:right;"| Schwalmstadt || style="text-align:center;"| HR || style="text-align:right;"| 18586 || 31.12.2010
|-
| style="text-align:right;"| Vellmar || style="text-align:center;"| KS || style="text-align:right;"| 18163 || 31.12.2010
|-
| style="text-align:right;"| Bad Wildungen || style="text-align:center;"| KB || style="text-align:right;"| 17376 || 31.12.2010
|-
| style="text-align:right;"| Bad Arolsen || style="text-align:center;"| KB || style="text-align:right;"| 16159 || 31.12.2010
|-
| style="text-align:right;"| Hofgeismar || style="text-align:center;"| KS || style="text-align:right;"| 15655 || 31.12.2010
|-
| style="text-align:right;"| Witzenhausen || style="text-align:center;"| ESW || style="text-align:right;"| 15368 || 31.12.2010
|-
| style="text-align:right;"| Fritzlar || style="text-align:center;"| HR || style="text-align:right;"| 14427 || 31.12.2010
|-
| style="text-align:right;"| Homberg (Efze) || style="text-align:center;"| HR || style="text-align:right;"| 14263 || 31.12.2010
|-
| style="text-align:right;"| Bebra || style="text-align:center;"| HEF || style="text-align:right;"| 13789 || 31.12.2010
|-
| style="text-align:right;"| Lohfelden || style="text-align:center;"| KS || style="text-align:right;"| 13749 || 31.12.2010
|-
| style="text-align:right;"| Rotenburg an der Fulda || style="text-align:center;"| HEF || style="text-align:right;"| 13640 || 31.12.2010
|-
| style="text-align:right;"| Melsungen || style="text-align:center;"| HR || style="text-align:right;"| 13384 || 31.12.2010
|-
| style="text-align:right;"| Borken || style="text-align:center;"| HR || style="text-align:right;"| 12830 || 31.12.2010
|-
| style="text-align:right;"| Wolfhagen || style="text-align:center;"| KS || style="text-align:right;"| 12847 || 31.12.2010
|-
| style="text-align:right;"| Hessisch Lichtenau || style="text-align:center;"| ESW || style="text-align:right;"| 12593 || 31.12.2010
|-
| style="text-align:right;"| Felsberg (Hessen) || style="text-align:center;"| HR || style="text-align:right;"| 10631 || 31.12.2010

|}

Geschichte und Brauchtum


Die heutige Region Nordhessen bildet historisch das Kerngebiet des späteren Bundeslandes Hessen, nämlich das Siedlungsgebiet der germanischen Chatten, deren Name sich im Laufe der Geschichtsschreibung zu Hessen wandelte.

Nordhessen setzt sich hauptsächlich aus den historischen Gebieten Niederhessen, Fürstentum Waldeck und Teilen von Oberhessen zusammen, gleichfalls umfasst es die Gebiete des Meißners und der thüringischen Linie im Bereich der Werra und die Hersfeld-Rothenburger Richtung Vogelsberg; daraus resultiert eine andere historische Beschreibung fasst Nordhessen als das vormalige Kerngebiet der Landgrafschaft Hessen-Kassel und des Fürstentums Waldeck. Nach 1866 ging das Kurfürstentum Hessen-Kassel in der preußischen Provinz Hessen-Nassau auf. Als historische Bezeichnung für dieses Gebiet – innerhalb der Geschichtswissenschaft – wird der Begriff Nordhessen nicht verwendet, anstatt spricht man von Kurhessen, was sich noch in Begriffen wie Kurhessenbahn erhalten hat.

Wenngleich Nordhessen ein integraler Bestandteil Hessens ist, und sich auch Nordhessen ebenso als Hessen verstehen, gibt es einige kulturelle Unterschiede, vermutlich bedingt auch durch die verschiedenen hessischen Staaten der Geschichte. Anders als im Rest Hessens gibt es eine Orientierung zur alten Residenzstadt Kassel und nicht in das Ballungsgebiet um Frankfurt. Deshalb ist deutlich, das der Begriff des "hessischen" aus der historischen Bedeutung heraus erwachsen ist und sich aus dem kulturgeographischen Kontext und Reputation der Kasseler Landgrafen ergibt. Kulinarisch ist Nordhessen für die Spezialität der Ahlen Wurst bekannt, die Grüne Soße mit ihren Sieben Geheimnissen wird anders zubereitet als im Süden des Landes. Architektonisch fällt der extensische Gebrauch des Fachwerks auf, so finden sich im ländlichen Bereich auch viele Fachwerkkirchen.

Wirtschaft


miniatur|Entlang der Waldkappeler Bahn an der Werra liegt Eschwege
miniatur|Katalogauszug der Firma Thonet in Frankenberg/Eder
miniatur|Das SMA-Solarwerk 1 in Salzmannshausen, Niestetal

Traditionell war die Region Kassel, in der die Industrialisierung erst mit dem Anschluss an die Eisenbahn um 1850 einsetzte, durch ihre schnell an Größe zunehmenden Betriebe aus dem Bereich Lokomotiv- und Waggonbau, wie Henschel (eine Nachfolgefirma fertigte den Transrapid), Credé und Wegmann, später im Maschinen- und Fahrzeugbau mit der Kanalisierung der Industrie zwischen dem ersten und Zweiten Weltkrieg mit Fieseler und nach der Machtergreifung durch die Faschisten in der Umstellung auf Rüstungsgüter Rheinstahl und KraussMaffai Wegmann. In diesem Kontext gibt es heute das Volkswagenwerk Kassel in Baunatal, Daimler AG Werk Kassel und Bombardier Transportation Werk Kassel. Historisch bestand aber parallel dazu eine starke Textil- und Weberindustrie mit den Unternehmen Gottschalk&Co und Salzmann & Comp., sowie seit den 1920er Jahren der ENKA Spinfaser für chemische Garne. Aufgrund der geografischen Lage und der guten Infrastruktur sind jedoch seit den Umstrukturierungen durch globale Investitionsausrichtungen und Kapitallkonzentration andere Branchen gewachsen, darunter die Logistik. So entstand das Baunataler Original Teile Center der Volkswagen AG das europaweit größte Ersatzteilelager in Nordhessen, das durch die Volkswagen Original Teile Logistik vernetzt wird oder das Amazon.de Logistikzentrum in Bad Hersfeld. In diesem Bereich liegen auch zumeist die Betriebe in den von der Stadt und dem Landkreis Kassel gemeinsam erschlossenen Gewerbegebiete. Die Firma SMA Solartechnologie hat sich im Bereich der Umwelt- und Energieregelungstechnik zu einem hervorgehobenen und innovativen Unternehmen entwickelt, das sich gegenüber den bestehenden Altindustrien deutlich abhebt. Der Bereich Rohstoff- und Rückführung ist derzeit noch schwach ausgebaut.

Andere Unternehmen umfassen K+S mit Hauptsitz in Kassel, Wintershall mit Hauptsitz in Kassel, Viessmann mit Hauptsitz in Allendorf (Eder), Continental Werk Korbach, B. Braun Melsungen AG mit Hauptsitz in Melsungen. In Frankenberg befindet sich die Firma Thonet, deren Gründer Michael Thonet die industrielle Fertigung von Stühlen entwickelte, lange bevor das Fließband Einzug hielt.

Eine Wachstumsbranche der Region sind die erneuerbaren Energien, begünstigt durch die frühzeitige Schwerpunktsetzung der Universität Kassel auf den Umweltbereich und entsprechende Fraunhofer Forschungsinstitute, etwa des Zentrum für Umweltbewusstes Bauen e. V. (ZUB). Darüber hinaus kam es zu erfolgreichen Forschungsausgründungen im Rahmen des ISET – Institut für Solare Energieversorgungstechnik. Und einem in Ansätzen sich auszeichnendem Engagement im kulturellen Bereich (Bsp. UPK seit 2002).

Infrastruktur


miniatur|Der Urwald im Naturpark Sababurg, [[Reinhardswald]]
Die Region hatte traditionell durch ihre historisch gewachsene Bedeutung in der Eisenbahnindustrie ein ursprünglich hochverdichtetes Schienennetz, das leider infolge der Privatisierung seit den 1990er Jahren, die Investitionen in den Hochgeschwindigkeitsfernverkehr und die Ausschreibungen von Strecken im Zuge der Europäisierung zunehmend in seiner Bedeutung als Verkehrsnetz eingebüst hat. Heute bedienen nach zehnjähriger Etablierungszeit der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) als Betriebs- und Tarifbereich die Leistungen zwischen den angrenzenden Regionen ins südliche Hessen, nach Westfalen, ins Siegerland, Südniedersachsen und Thüringische Becken. Darüber hinaus unterhalten die Kurhessischen Eisenbahnen, die Hessische Landesbahn und die cantus-Betriebsgesellschaft die regionalen Hauptverbindungsstrecken. Die Verbindungen aus dem Waldecker Land durch den Burgwald ins oberhessische Marburg sind ebenso wie die direkte Lossetalstrecke der Waldkappeler Bahn seit langem außer Betrieb. Nebenstrecken nach Bad Karlshafen, durch die Schwalm oder den Knüllwald sind als Nebenverbindungen ebenso brachgefallen.

Stattdessen sind die Fernstraßenverbindungen etwa zwischen Frankfurt und Hannover (BAB A7) und dem westlichen Ruhrgebiet nach Dortmund (BAB A44) hochfrequentiert sowie der seit langen Jahren projektierte weitere Ausbau der Strecke durch das Lossetal an die Anschlussstelle des Werra-Meißner-Kreises nach Thüringen zwischen Sontra und Herleshausen. Gleichfalls damit in politökonomischer Intendierung stehend sind der seit den 1970er Jahren landespolitisch vorangetriebene Ausbau des Flughafens Kassel-Calden, obgleich Umweltschutz, Kulturhauptstadtbewerbung und Kollegialgutachten eine absehbare Fehlkalkulation des Planfeststellungsverfahrens festgestellt haben. Die Region ist durch die politisch Förderung und die offene Vernachlässigung der Forderung nach einem nachhaltigen Rückbesinnen auf Verkehrsprojekte der Deutschen Einheit als Logistikbereich hochgerüstet, in ihrer verbindenenden und strukturellen Lage aber in ihrer eigentlichen Entwicklung unterbunden. Die demografische Prognostik der funktionalisierten und sozialpolitisch verankerten Vorstellung von Entwicklung sind Instrumentalisierungen, die isolativ und primär exponentielle Effekte ausgelöst haben.http://www.stadt-kassel.de/prokassel/demografie/ Der Impulscharakter sowohl Kassels als auch seinem kooperativen Verbund in regionaler wie interregionaler Beziehung ist dennoch historisch tief verwurzelt. Nordhessen und seine Tradition ist stabil und gewachsen.

Siehe hierzu auch Abschnitt im Artikel: Kassel/Stadtstruktur und Region

Kultur und Entwicklung


miniatur|Habichtswälder Bergland bei Meimbressen unweit des Schloss Wilhelmsthal
miniatur|Der Messinghof in Bettenhausen. Kulturdenkmal und Wiege der kurhessischen Industrieentwicklung
Die Dynamiken der Entwicklung innerhalb Nordhessens als auch innerhalb der Kooperation der umgebenden Regionen sind durch die administrativen bestehenden Einschränkungen und die Prozesse der Kulturalisierung in den vergangenen Jahren auf einer Ebene der informellen Verbindlichkeit in einem strukturellen Gegenprozess. Neben der herausgehobenen Position Kassels als historischem Oberzentrum, bestehen innerhalb der Peripherie, dem regionalen Umfeld vielgestaltige Werte und bestehende Reputation.
Dennoch sind aufgrund der seit den ausgehenden 1970er Jahren erzeugten Nebenbegrifflichkeit durch Verwaltungsneugliederung und der Schaffung neuer, als kompetent institutionalisierter Einrichtungen Diskrepanzen entstanden. Dies betrifft den Bereich der Verwaltung und Administration und die damit einhergehende Auslagerung von zentral gebundenen Entscheidungsbefugnissen, wie im Rahmen der Bildung des Zweckraumverbands Kassel (ZRK), dessen ideologisierte Anlehnung an Metropolenmodelle, also überzentral konzentrierte Strukturen und Prozesse, nicht aber die Berücksichtigung vorhandener Kleinteiligkeit zurückfällt. Daneben im Bereich der Fusionierung bestehender, lokal gebundener Souveränität mit oberzentraler Kontrolle wie am Beispiel der Museumslandschaft Hessen Kassel im Jahr 2006 und der Regionalisierung von Förderstrukturen auf Ebene der gegenseitigen Begünstigung.

Dennoch sind auf Ebene der Umsetzung dadurch ersichtliche Einseitigkeit in der Informalisierung exemplarische Vorhaben wie die begriffliche Umsetzung des Nationalparks Kellerwald-Edersee und die Rückwirkung auf das Schloss Friedrichstein, Bad Wildungen vor allem repräsentant wirkende und touristisch beworbene Erfolge. Im selben Zeitraum ungefördert sind aber notwendige Umsetzungen grundlegender Natur, wie die Auseinandersetzung mit Zielen und Verfahren im Bereich von Arten- und Naturschutz gemäß europäischer und an qualifizierte Kompetenz gebundene Vorgaben (Vogelschutzrichtlinie). Die inhaltliche und räumliche Auseinandersetzung hat seither zu einem Absinken der Substanz und vorhandenen Qualität geführt.

Politik


Das protestantisch geprägte Nordhessen galt in den Jahrzehnten seit 1945 als sozialdemokratische Hochburg, wobei anders als im Ruhrgebiet diese politische Prägung nicht vornehmlich auf ein Industrieproletariat zurückgeht. Die katholische Enklave Fritzlar ist eine christdemokratische Hochburg. Die Region steht im Gegensatz zum zur Region um Fulda, dem katholisch und eher konservativ bestimmten Osthessen. Das bundesweit zu beobachtende Abschmelzen solcher einst sicheren Parteibastionen hat in den letzten Jahren aber auch in Nordhessen stattgefunden. Bei den Landtagswahlen 2003 errang die CDU hier sogar fast alle Direktmandate, die die SPD bei der Wahl 2008 jedoch fast alle wieder zurückerobern konnte.

Einzelnachweise


Weblinks


* [http://www.nordhessen.de/ www.nordhessen.de] – Portal der Region, hauptsächlich zum Thema Tourismus
* [http://www.regionnordhessen.de/ www.regionnordhessen.de] – Portal der regionalen Wirtschaftsförderung

* [http://www.landesplanung-hessen.de/regionalplaene/regionalplan-nordhessen/textteil-zum-download/ Regionalplan Nordhessen] aus dem hessischen Landesplanungsportal


Kategorie:Region in Hessen

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