Römerbrücke (Trier)
miniatur|hochkant=1.5|Die Römerbrücke von Süden
miniatur|Die Römerbrücke auf einem [[Kupferstich von Merian 1646]]
miniatur|Römerbrücke bei Nacht
miniatur|Römerbrücke, Blick von der Mariensäule
miniatur|hochkant|Kreuz und Statue auf der Mitte der Brücke
Die Römerbrücke (auch Alte Moselbrücke genannt), die über die Mosel in Trier (Augusta Treverorum) führt, ist die älteste Brücke Deutschlands.
Seit 1986 ist die Römerbrücke Teil des UNESCO-Welterbes Römische Baudenkmäler, Dom und Liebfrauenkirche in Trier.
Geschichte
Eine erste römische Moselbrücke aus Holz existierte ab 17 v. Chr. Es handelte sich um eine Pfahljochbrücke; die Pfähle konnten 1963 mithilfe dendrochronologischer Untersuchungen datiert werden.
Die erste Steinbrücke wurde 45 n. Chr. ein kleines Stück flussabwärts vom heutigen Standort der Römerbrücke errichtet, wie dendrochronologische Untersuchungen gezeigt haben. Teile der Pfeiler kann man angeblich heute noch bei Niedrigwasser sehen.
Die Pfeiler der heutigen Steinbrücke wurden zwischen 144 und 152 n. Chr. erbaut. Die neue Römerbrücke ist die dritte Brücke an dieser Stelle seit der Stadtgründung. Mit Hilfe von wasserdichten Spundwänden wurden auf dem Flussgrund die Pfeiler mit Basalt- und Blausteinquadern gegründet. Das Baumaterial stammte u.a. aus dem Abbaugebiet um den ehemaligen Vulkan Hohe Buche. Die Brücke hat flussaufwärts zugespitzte Pfeiler, um Hochwasser und Eis besser trotzen zu können. Auf den massiven Pfeilern war in römischer Zeit eine hölzerne Brückenkonstruktion, ein so genanntes Sprengwerk, erbaut worden. Dieses konnte durch eine zehn Meter breite Fahrbahn dem Verkehr gut standhalten. Da die Fahrbahn bei Normalpegel ca. 14 m über der Mosel lag, mussten die Masten der Schiffe nicht mehr umgeklappt werden, wenn sie flussabwärts segelten. Flussaufwärts mussten sie wegen der starken Strömung getreidelt werden.
Das im Mittelalter abgerissene Brückentor, die Porta Inclyta (Berühmtes Tor), gibt bis heute Rätsel auf. Die Wissenschaftler streiten sich derzeit, ob das der Porta Nigra ähnliche Tor auf der linken oder der rechten Moselseite stand.
Die Steinwölbung ist erst im Mittelalter zwischen 1190 und 1490 entstanden, möglicherweise unter Kurfürst Balduin (1307–1354). Fünf römische Brückenpfeiler von ursprünglich neun Pfeilern sind bis heute erhalten geblieben; die ältere Annahme, dass zwei dieser neun 1717/18 erneuert wurden, ist jedoch nicht zutreffend. Die beiden ersten auf der Stadtseite sind bereits seit einem Umbau in römischer Zeit in der Uferaufschüttung verborgen.
1689 wurde die Brücke von französischen Truppen gesprengt, 1716-18 erneuerte der kurfürstlich-trierische Hofzimmermann Johann Georg Judas die Wölbung. Bei dieser Gelegenheit errichtete man auf dem fünften Pfeiler von Westen ein Kruzifix und eine Statue des Hl. Nikolaus.1806 brach man das westliche Brückentor ab, 1869 folgte das östliche. 1931 wurde die Brücke verbreitert und erhielt die heutigen, auskragenden Fußgängerstege.
Am Morgen des 2. März 1945 konnten die Amerikaner über die unzerstörte Römerbrücke in Richtung Trier-West gelangen. Die Brücke wurde aus ungeklärten Gründen von den Deutschen Truppen nicht gesprengt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgten umfangreiche archäologische Untersuchungen im Zuge der Moselkanalisierung.
Literatur
* Dehio: Rheinland-Pfalz/Saarland, 2. Aufl., München 1984, S. 1052.
* Heinz Cüppers: Die Trierer Römerbrücken, von Zabern, Mainz 1969, ISBN 3-923319-91-6 (Trierer Grabungen und Forschungen 5).
* Heinz Cüppers: Trier – die Römerbrücke. in: H. Cüppers (Hrsg.): Die Römer in Rheinland-Pfalz. Lizenzausgabe, Nikol, Hamburg 2002, ISBN 3-933203-60-0, S. 608–614.
* Heinz Cüppers: Die Römerbrücken. In: Hans-Peter Kuhnen (Hrsg.): Das römische Trier. Theiss, Stuttgart 2001, ISBN 3-8062-1517-0, S. 158–165 (Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland 40).
* Jens Fachbach: Zur Baugeschichte der Trierer Römerbrücke nach 1718, in: Kurtrierisches Jahrbuch 47, 2007, S. 383-416.
* Sabine Faust: Römerbrücke. In: Rheinisches Landesmuseum Trier (Hrsg.): Führer zu archäologischen Denkmälern des Trierer Landes. Trier 2008, ISBN 978-3-923319-73-2 (Schriftenreihe des Rheinischen Landesmuseums Trier 35) S. 60f.
* Karl-Josef Gilles: „Zeit im Strom“ – Römerzeitliche und nachrömerzeitliche Funde von der Römerbrücke in Trier. In: H.-P. Kuhnen (Hrsg.): abgetaucht, aufgetaucht. Flussfundstücke. Aus der Geschichte. Mit ihrer Geschichte. Trier 2001, ISBN 3-923319-48-7, S. 87–92 (Schriftenreihe des Rheinischen Landesmuseums Trier 21).
* Klaus Grewe: Die Moselbrücken von Trier. In: Derselbe: Meisterwerke antiker Technik. Von Zabern, Mainz 2010, ISBN 978-3-8053-4239-1, S. 120–122.
* Mechthild Neyses/ Ernst Hollstein in: Rheinisches Landesmuseum Trier (Hrsg.): Trier - Augustusstadt der Treverer. 2. Auflage, Mainz 1984, S. 180–182.
Siehe auch
* Liste römischer Brücken
* Liste der Moselbrücken
* Caesars Rheinbrücken
* Koblenzer Römerbrücken
Weblinks
{{Commonscat|Roman bridge, Trier|Römerbrücke (Trier)}}
* {{Structurae|structures|s0001643}}
* {{archINFORM|projekte|6281}}
* [http://www.markaurel.de/roemerbruecke.htm Augusta Treverorum "Roma secunda"] – zeichnerische Rekonstruktion der Ansicht
* [http://www.trierer-orgelpunkt.de/360roemerbruecke.htm 360º-Panoramaaufnahme Römerbrücke]
{{Navigationsleiste Brücken in Trier}}{{Navigationsleiste Römisches Trier}}
{{Coordinate |NS=49/45/7/N |EW=6/37/36/E |type=landmark |region=DE-RP}}
{{SORTIERUNG:Romerbrucke #Trier}}Kategorie:Brücke in Trier
Trier
Kategorie:Bogenbrücke in Rheinland-Pfalz
Kategorie:Steinbrücke in Rheinland-Pfalz
Kategorie:Steinpfeilerbrücke
Kategorie:Kulturdenkmal in Trier
Kategorie:Römische Baudenkmäler, Dom und Liebfrauenkirche in Trier
Kategorie:Römisches Trier
Kategorie:Erbaut im 2. Jahrhundert
Roman Bridge (Trier)es:Puente romano de Tréveris
eu:Treveriseko erromatar zubia
Pont romain de Trèves
hr:Rimski most u Trieru
hu:Római híd (Trier)
it:Ponte romano di Treviri
ka:ტრირის რომაული ხიდი
lb:Réimerbréck (Tréier)
nl:Römerbrücke (Trier)
pl:Most rzymski w Trewirze
zh:罗马桥 (特里尔)
Text und Bilder dieses Beitrags stammen aus dem Artikel Römerbrücke (Trier) der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU Free Documentation License. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar, der Original-Artikel lässt sich hier bearbeiten.