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Staatstheater Mainz

05.05.2012 @ 12:17, Gruenschuh,

miniatur|Staatstheater Mainz nach der Renovierung
Das Staatstheater Mainz hieß bis 1989 Stadttheater Mainz und wurde zwischen 1829 und 1833 durch Georg Moller errichtet.

Der Bau war bereits seit Jahrzehnten vom Bürgertum der Stadt Mainz gefordert worden und kostete 280.000 Gulden (der Haushalt der Stadt belief sich damals auf 300.000 Gulden).

Finanzierung


Der Betrieb des Staatstheaters Mainz finanziert sich nur zu einem kleinen Teil aus Eintrittskarten der Zuschauer. Zusätzlich werden durch den Verein Gesellschaft der Freunde des Mainzer Theaters e. V., die Stiftung Mainzer Theaterkultur und den Förderverein Ballett Mainz e. V. Spenden geworben.

Den größten Anteil zur Finanzierung tragen die Stadt Mainz und das Land Rheinland-Pfalz mit jeweils 11 Millionen Euro jährlich als 'Aufwandszuschuss' bei. Dementsprechend entfallen auf jeden der 198.000 zahlenden Zuschauer 111 Euro Zuschüsse der öffentlichen Hand.

Architektur


miniatur|250px|Seitenansicht des Staatstheaters
miniatur|250px|Originale Gestaltung vor dem Umbau von 1910

Der Theaterbau stellte erstmals das Halbrund des Zuschauerraums nach außen hin dar. Als Theaterraum löste es den ehemaligen kurfürstlichen Marstall auf der Großen Bleiche ab, der bis dahin als Platz für die Aufführungen hatte dienen müssen. Die Rundung des Zuschauerraums und des Gebäudes war eine Anlehnung an das Kolosseum in Rom. Dies war eine deutliche Abkehr von der bisherigen Praxis, Theaterbauten eckig und symmetrisch im Stil antiker Tempel zu errichten. Die neue Formgebung wirkte sich positiv auf die Sichtverhältnisse aus. Allerdings verfügte das Theater über kein größeres Foyer, in dem die Zuschauer die Vorstellungspausen hätten verbringen können. Ein solches wurde 1910 dem Moller-Bau vorgebaut, wodurch die charakteristische Rundung der Frontfassade allerdings verloren ging.

Das Theater wurde durch die Luftangriffe auf Mainz völlig unbespielbar. Wie so oft in der Geschichte der Stadt Mainz sorgte die französische Administration der Stadt für eine Verbesserung der Situation. Der französische Hohe Kommissar in Deutschland André François-Poncet regte 1949 den Wiederaufbau des Theaters an und unterstützte auch die Umsetzung dieses Kulturziels. Der Mainzer Oberbaurat Richard Jörg leitete 1949-1951 den Wiederaufbau des zerstörten Stadttheaters.[http://www.euro-opera.de/THDJ.html Wieder im Moller-Bau] 400 Jahre Oper - Theater - Opernhäuser, Bau - Vernichtung - Wiederaufbau Die feierliche Wiedereröffnung fand am 24. November 1951 statt und wurde durch Serge Lifar mit dem Ballett der Pariser Oper in Anwesenheit von François-Poncet gestaltet.

1997 wurde das Theater um den Neubau des "Kleinen Hauses" mit rund 500 Sitzplätzen erweitert. Dieses befindet sich als vermeintlich eigener Baukörper direkt hinter dem Großen Haus, ist neben zwei gläsernen Brücken aber auch unterirdisch mit dem Stammhaus verbunden. Nach der Eröffnung des Kleinen Hauses wurde das Große Haus in den Jahren 1998 - 2001 einer vollständigen Renovierung unterzogen. Das alte Gebäude wurde komplett entkernt, sodass nur die Außenmauern und die unter Denkmalschutz stehenden Fassaden stehen blieben. Während der Bauarbeiten war das große Haus in der Phönixhalle untergebracht, einer ehemaligen Fabrikhalle, die heute als Konzert- und Musicalhalle dient. Seit der Wiedereröffnung des rund 1000 Zuschauer fassenden Großen Hauses im Jahr 2001 zählt das Staatstheater Mainz zu den mit Abstand modernsten Theaterbauten überhaupt.

Auf dem Dach des Großen Hauses wurde eine in der Allgemeinheit nicht unumstrittene Glaskuppel (Spitzname: Meenzer Handkäs) errichtet, die bis 2009 das Restaurant Mollers beherbergte, von dessen Fensterplätzen aus man einen Panoramablick über den Mainzer Dom, den Gutenbergplatz, den Markt und große Teile der Altstadt hatte. Nach der Schließung des Restaurants wird die Glaskuppel 2012 zu einer neuen Spielstätte umgebaut, in die am 22. September 2012 die Studio-Bühne für theatrale Experimente und Werkstattproduktionen sowie für kleinere Schauspiel-Projekte unter dem neuen Namen „Deck 3“ einziehen wird. Allgemeine Zeitung Mainz: Das Mollers künstlerisch erobern, 4. Mai 2012 Nachdem sie ihren Standort mehrfach wechseln musste, war diese Studiobühne mit 99 Zuschauerplätzen seit 1992 in den Räumen des ehemaligen City-Kinos in der Spritzengasse untergebracht und trug den Namen TiC (Theater im City). Davor befand sie sich eine Zeitlang sogar in einem Hörsaal der Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität. Nach dem Umzug wird das „Deck 3“ eine Zuschauerkapazität von 80 bis 90 Personen haben.

miniatur|Bronzeplastik (1998) von Marlis Antes-Scotti auf dem Kleinen Haus

Struktur und Angebot


Das Staatstheater Mainz setzt sich zusammen aus:
* Großes Haus, ca. 1000 Plätze
* Kleines Haus (Neubau von 1997), ca. 500 Plätze
* Studiobühne „Deck 3“, Umzug in die Glaskuppel mit Eröffnung am 22. September 2012, ca. 80 - 90 Plätze, bisher TiC „Theater im City“ in der Spritzengasse.

Das Angebot des Staatstheaters Mainz umfasst Opern, Konzerte, Ballettaufführungen, Schauspiele, Weihnachtsmärchen und Mainzer Fastnachtspossen. Derzeitiger Intendant ist Matthias Fontheim, der zuvor das Schauspielhaus Graz leitete. Von 1978 bis 1989 war Dietrich Taube Intendant des Theaters. Das international bedeutsame ballettmainz wird vom Pascal Touzeau geleitet. Maßgeblich geprägt wurde das Ensemble auch durch den vorherigen Ballettdirektor Martin Schläpfer, der bis Mitte 2009 in Mainz arbeitete.

TV-Sendungen


Die Politik-Talkshow, Quergefragt des SWR Fernsehen wurde bis 2007 im Staatstheater aufgezeichnet.

Fastnachtsposse


Als Hommage an die Mainzer Fastnacht wird an den Hauptfeiertagen der fünften Jahreszeit jeweils eine Fastnachtsposse aufgeführt, deren Darsteller von den Mainzer Korporationen gestellt werden. Diese Tradition wurde bereits seit Fastnachtssonntag 1838 vom Mainzer Carneval-Verein begründet.Friedrich Schütz: Die moderne Mainzer Fastnacht in: {{Literatur | Autor= Hrsg.: Franz Dumont, Ferdinand Scherf, Friedrich Schütz| Titel= Mainz - Die Geschichte der Stadt| Ort= Verlag Philipp von Zabern, Mainz | Jahr= 1998| Kommentar= Erstauflage, S. 811}}

Literatur


* Günter Walz: Die Geschichte des Theaters in Mainz. Zabern-Verlag, Mainz 2004, ISBN 3-8053-3333-1
* Susanne Armbruster: Der Theaterbau von Georg Moller. In: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte. Nummer 4. Jahrgang 1981. Verlag Dr. Hanns Krach Mainz, S. 36–47, ISSN 0720-5945

* Jochen Meyer:Theaterbautheorien zwischen Kunst und Wissenschaft. gta-Verlag Zürich 1998, ISBN 3-7861-1764-0

Weblinks


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* [http://www.staatstheater-mainz.de/ Staatstheater Mainz]

Einzelnachweise


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Mainz, Staatstheater
Kategorie:Mehrspartentheater
Kategorie:Gebäude in Mainz
Kategorie:Kulturdenkmal in Mainz
Kategorie:Kultur (Mainz)
Kategorie:Theater (Rheinland-Pfalz)
Kategorie:Erbaut in den 1830er Jahren

Kategorie:Bauwerk des Historismus in Rheinland-Pfalz

es:Teatro Estatal de Maguncia
Théâtre d'État de Mayence
it:Teatro statale di Magonza

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