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WestLB

26.04.2012 @ 05:20, Rdennis,

{{Infobox Kreditinstitut
|Name=WestLB AG
|Logo=200px|zentriert|Logo der WestLB
|Rechtsform=Aktiengesellschaft
|PAN=53498
|Sitz=Düsseldorf
|Jahr=2011
|Bilanzsumme=167,9 Mrd. EUR http://www.westlb.de/cms/sitecontent/westlb/westlb_de/de/wlb/ir/finanzinformationen/bilanzpressekonferenz/articles/bpk12.standard.gid-N2FkNDZmMzU4OWFmYTIyMWM3N2Q2N2Q0YmU1NmI0OGU_.html
|Mitarbeiterzahl=4.188
|Vorstand=Dietrich Voigtländer (Vorsitzender), Hubert Beckmann (stellv. Vorsitzender), Thomas Groß, Werner Taiber
|Homepage=[http://www.westlb.de www.westlb.de]
|Verband=Rheinischer Sparkassen- und Giroverband, Düsseldorf und Sparkassenverband Westfalen-Lippe, Münster
|Gewinn=1,5 Mio. EUR
|Land=Deutschland
}}
miniatur|Zentrale der WestLB in Düsseldorf
miniatur|hochkant|Gebäude am Kirchplatz

Die WestLB AG ist eine international tätige Geschäftsbank mit Hauptsitz in Düsseldorf, die als Kreditinstitut alle Bankgeschäfte betreiben darf. Ihr Kundenschwerpunkt liegt bei der Betreuung und Beratung von mittelständischen und großen Unternehmen, die sie weltweit begleitet. Außerdem fungiert sie als Zentralinstitut der Sparkassen in Nordrhein-Westfalen.

Geschichte


Gründung und Wachstumsphase


Die Westdeutsche Landesbank Girozentrale, Markenkürzel „WestLB“, wurde am 1. Januar 1969 durch Fusion der „Rheinischen Girozentrale und Provinzialbank“, Düsseldorf und der „Landesbank für Westfalen Girozentrale“, Münster als Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet. Die beiden Vorgängergesellschaften wurden 1832 bzw. 1854 als Provinzial-Hülfskassen gegründet. Unter ihrem ersten Vorstandsvorsitzenden Ludwig Poullain entwickelte sich die Bank sehr dynamisch zu einer universellen Geschäftsbank. Ab den 1970er Jahren wurden Niederlassungen oder Tochtergesellschaften im Ausland gegründet, so 1972 in Luxemburg, 1973 in London und 1975 in New York City. Durch die Übernahme von Beteiligungen (z.B. Preussag, Gildemeister) wurde sie zugleich ein Instrument der Industriepolitik des Landes. Die Bank war rasch die größte und am stärksten international ausgerichtete Landesbank in Deutschland. 1986 war die WestLB weltweit an 13 Standorten vertreten: Paris, Zürich, Moskau, Rio de Janeiro, Toronto, Hongkong, Tokio, Peking, Melbourne und Beirut. Für andere Landesbanken entwickelte sie sich zu einem strategischen Vorbild, was unter anderem auch dadurch zum Ausdruck kam, dass andere Landesbanken die Endung „LB“ in ihrem Namen aufnahmen.

Im September 1979 erhebt der Landesrechnungshof Nordrhein-Westfalen gegen die WestLB im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch des Baukonzerns Beton- und Monierbau A-G in Düsseldorf massive Vorwürfe. Dabei geht es auch um die Vergabe einer Landesbürgschaft in Höhe von 100 Millionen DM.http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-39868792.htmlhttp://www.spiegel.de/spiegel/print/d-39909538.html

Umwandlung der WestLB zur WestLB AG


Das Land Nordrhein-Westfalen hat 1992 seine Wohnungsbauförderanstalt (Wfa) als Sacheinlage in die WestLB eingegliedert und damit zusätzliches haftendes Eigenkapital in Höhe von rund 2 Milliarden Euro in die Bank eingebracht.[http://www.westlb.de/cms/sitecontent/westlb/ir/de/finanzinformationen/geschaeftsberichte/archiv.-bin.acq/qual-StdArticleContentParSys.0001.Cc13AttachmentList.0002.AttachmentFile/Geschaeftsbericht%202002.pdf WestLB Geschäftsbericht 2002 Seite 56 und 57] Der Bundesverband deutscher Banken (BdB), in dem die privaten Banken organisiert sind, reichte 1994 bei der EU-Kommission Beschwerde gegen die Höhe der Vergütung ein. Die Kommission teilte 1999 diese Auffassung und bewertete den Vorgang als unerlaubte öffentliche Beihilfe. Gegen die Entscheidung wurde Klage bei den Europäischen Gerichten eingereicht. Der Europäische Gerichtshof entschied 2002, die Kommission habe ihre Entscheidung nicht ausreichend begründet, sie sei deshalb nichtig. Zugleich wurde die Kommission ermutigt, eine neue und formal korrekte Entscheidung zu treffen.

Außerdem hat zur selben Zeit die europäische Dachvereinigung der nationalen Verbände der privaten Bankwirtschaft bei der EU-Kommission eine Beschwerde eingereicht, dass die seit Jahren praktizierte Gewährträgerhaftung für öffentlich-rechtliche Kreditinstitute als staatliche Beihilfe zu werten sei und mit dem europäischen Wettbewerbsrecht nicht zu vereinbaren wäre. Die EU-Kommission schloss sich dieser Auffassung an. Um einen jahrelangen Rechtsstreit in beiden Verfahren zu vermeiden, wurde 2001 ein außergerichtlicher Kompromiss unter dem Namen „Brüsseler Konkordanz“ geschlossen, demzufolge unter anderem die Gewährträgerhaftung bis 2005 allgemein abzuschaffen sei.

Daraufhin wurde mit Wirkung zum 30. August 2002 die Westdeutsche Landesbank Girozentrale (bisherige WestLB) in die Landesbank NRW (heute: NRW.BANK) und in die heutige WestLB AG aufgespalten. Die NRW.BANK betreibt als Anstalt des öffentlichen Rechts das „öffentliche Auftragsgeschäft“ für das Land Nordrhein-Westfalen (zum Beispiel Vergabe von Förderkrediten). Die WestLB AG betreibt in der Rechtsform der Aktiengesellschaft und unter Wegfall der Gewährträgerhaftung und Anstaltslast das sogenannte Wettbewerbsgeschäft als Geschäftsbank und als Zentralbank der rheinischen und der westfälischen Sparkassen.[http://www.westlb.de/cms/sitecontent/westlb/ir/de/finanzinformationen/geschaeftsberichte/archiv.-bin.acq/qual-StdArticleContentParSys.0001.Cc13AttachmentList.0002.AttachmentFile/Geschaeftsbericht%202002.pdf. WestLB Geschäftsbericht 2002, Seite 4] Als Ausgleichsleistung für die Sparkassenverbände als wesentliche Miteigentümer wurden die ertragsstabilen Geschäftsfelder Landesbausparkasse sowie Beteiligungen an der Rheinischen und der Westfälischen Provinzialversicherung aus der WestLB herausgelöst und an sie übertragen.

Außerdem zahlte die WestLB im Jahr 2004 im Zuge eines Kompromisses mit dem Bundesverband deutscher Banken im Wfa-Streitverfahren eine Ausgleichszahlung in Höhe von 1,4 Milliarden Euro an das Land Nordrhein-Westfalen.[http://www.westlb.de/cms/sitecontent/westlb/ir/de/finanzinformationen/geschaeftsberichte/archiv.-bin.acq/qual-StdArticleContentParSys.0001.Cc13AttachmentList.0009.AttachmentFile/Konzernabschluss_WestLB_2004_deutsch.pdf WestLB Geschäftsbericht 2004 Seiten 4 und 5] Im Gegenzug führte das Land eine Kapitalerhöhung in Höhe von 1,5 Milliarden Euro bei der Bank durch.

Versuchter Aufbau eines internationalen Investmentbankings


1996 übernahm die WestLB die Londoner Investmentbank Panmure Gordon Co. Ltd. und begann, unter dem Namen WestLB Panmure ein internationales Investmentbanking-Geschäft aufzubauen. Innerhalb dieses Geschäftsbereiches gab es unter der Leitung von Robin Saunders die Abteilung „Principal Finance“ mit Sitz in London. Diese Abteilung ging großvolumige Beteiligungen ein, zugleich wurden diesen Gesellschaften oft höhere Kredite zugesagt. Als bekannt wurde, dass es Risiken im Bereich Principal Finance gäbe, führte Anfang 2003 die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine Sonderuntersuchung durch.[http://www.westlb.de/cms/sitecontent/westlb/ui/de/news/newscontainer/archiv_2003/principal_finance_87338.standard.gid-N2FkNDZmMzU4OWFmYTIyMWM3N2Q2N2Q0YmU1NmI0OGU_.html Pressemitteilung der WestLB vom 23. Mai 2003] Am 2. Juli 2003 traten daraufhin der Vorstandsvorsitzende Jürgen Sengera sowie mit Andres Seibert ein weiteres Vorstandsmitglied von ihren Ämtern zurück. Im weiteren Verlauf des Jahres 2003 verließen ebenfalls die Vorstände Rainer Schmitz, Johannes Ringel und Adolf Franke sowie außerdem Robin Saunders die Bank. Gemäß Gutachten der BaFin hätten die Vorstände auf klassische Methoden der Kreditprüfung verzichtet und so gegen {{§|18|kredwg|juris}} Kreditwesengesetz verstoßen.[http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,257021,00.html Manager-Magazin vom 14. Juli 2003 „Prüfer spüren schwere Fehler auf“] Gegen Sengera wurde außerdem Klage wegen Untreue erhoben.[http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/strategischer-sieg-fuer-ex-westlb-chef-sengera-297702/ Wirtschaftswoche vom 19. Juni 2008 „Strategischer Sieg für Ex-WestLB-Chef Segera“] Ein öffentlich bekannt gewordener Fall bei den Fehlinvestitionen des Geschäftsbereichs Principal Finance war das Engagement im Unternehmen Boxclever, das die Bank mit bis zu 1,35 Milliarden Euro über Beteiligung und Darlehen mitfinanziert hatte. Dieses Unternehmen geriet 2003 in Zahlungsschwierigkeiten.[http://www.wdr.de/themen/wirtschaft/geld-_und_kreditwesen/westlb/080109.jhtml wdr.de, Christoph Steht, 2007: „WestLB: Den die Hunde beißen“] Die gesamten Ergebnisauswirkungen aus dem Bereich Principal Finance sind nie öffentlich bekannt geworden. Den Jahresabschlüssen kann man jedoch entnehmen, dass die Bank in den Jahren 2002 und 2003 für Risikovorsorge und Beteiligungsbelastungen insgesamt 1,95 Milliarden bzw. 2,2 Milliarden Euro aufwenden musste.[http://www.westlb.de/cms/sitecontent/westlb/ir/de/finanzinformationen/geschaeftsberichte/archiv.-bin.acq/qual-StdArticleContentParSys.0001.Cc13AttachmentList.0001.AttachmentFile/Geschaeftsbericht%202003.pdf WestLB Geschäftsbericht 2003] Als Konsequenz aus den gescheiterten Plänen zum Aufbau einer internationalen Investmentbank wurden die risikoreichen Kreditengagements zurückgefahren und die Bankgeschäftsfelder neu ausgerichtet. Dabei wurden auch Teile des Investmentbankings aufgegeben und WestLB Panmure an Lazard verkauft. Auch die Zahl der Konzern-Mitarbeiter wurde anschließend erheblich reduziert.

Entwicklungen seit 2007


Fehlspekulationen am Aktienmarkt


Nur wenige Tage, nachdem die Bank ein positives Ergebnis vor Steuern in Höhe von 1,0 Mrd. Euro für 2006 präsentieren konnte, wurde die Öffentlichkeit am 10. April 2007 über hohe Verluste im Eigenhandel mit Aktien informiert.[http://www.westlb.de/cms/sitecontent/westlb/ui/de/news/newscontainer/news_2007/Task_Force.standard.gid-N2FkNDZmMzU4OWFmYTIyMWM3N2Q2N2Q0YmU1NmI0OGU_.html WestLb Presseerklärung vom 10. April 2007 „WestLB treibt Aufklärung von Regelverstößen im Handel voran“] Der Leiter des Eigenhandels, Markus Bolder sowie dessen Vorgesetzter Friedhelm Breuers, hatten unter anderem massiv auf Kursdifferenzen zwischen Vorzugs- und Stammaktien von verschiedenen DAX-Werten spekuliert und verloren dadurch nach Medienberichten rund 600 Mio. Euro.[http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:Streit-um-Vorzugsaktien-WestLB-siegt-im-Prozess-gegen-Aktienh%E4ndler/419370.html FTD vom 29. September 2008 „WestLB siegt im Prozess gegen Aktienhändler“] Die Bank warf Bolder und Breuers vor, gegen festgelegte interne Vorschriften verstoßen zu haben und entließ beide fristlos. Zudem wurden strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet. Nicht zuletzt aufgrund dieser Ereignisse trennte sich die Bank im Juli 2007 von dem bisherigen Vorstandsvorsitzenden Thomas Fischer sowie von seinem Vorstandskollegen Mattijs van den Adel, der für das Risikomanagement zuständig war. Nachfolger im Vorsitz wurde Alexander Stuhlmann.[http://www.westlb.de/cms/sitecontent/westlb/ui/de/news/newscontainer/news_2007/text.standard.gid-N2FkNDZmMzU4OWFmYTIyMWM3N2Q2N2Q0YmU1NmI0OGU_.html WestLB Presseerklärung vom 26. Juli 2007 „Alexander Stuhlmann ist neuer Vorstandsvorsitzender der WestLB AG“]

Hohe Belastungen aus der Finanzkrise


Im dritten Quartalsbericht 2007 berichtet die Bank von noch verkraftbaren Belastungen aus der beginnenden weltweiten Finanzkrise in Höhe von 355 Mio. Euro.[http://www.westlb.de/cms/sitecontent/westlb/ui/de/news/newscontainer/news_2007/PI_20071206.standard.gid-N2FkNDZmMzU4OWFmYTIyMWM3N2Q2N2Q0YmU1NmI0OGU_.html WestLB Presseerklärung vom 6. Dezember 2007 „WestLB Ergebnis durch Kapitalmarktkrise belastet – Operativ weiter auf Kurs“] Im Februar 2008 mussten die Eigentümer dann allerdings umfangreiche Rettungsmaßnahmen in deutlich höherer Größenordnung beschließen.[http://www.westlb.de/cms/sitecontent/westlb/ui/de/news/newscontainer/news_2008/neu.standard.gid-N2FkNDZmMzU4OWFmYTIyMWM3N2Q2N2Q0YmU1NmI0OGU_.html Presseerklärung der WestLB vom 8. Februar 2008 „Eigentümer der WestLB AG beschließen umfangreiche Risikoabschirmung“] Die Bank gliederte risikobehaftete Wertpapiere im Wert von 23 Mrd. Euro in eine neu gegründete Zweckgesellschaft unter dem Arbeitstitel „Phoenix“ außerhalb der Bank aus. Dadurch befreite sich die Bank von bilanzwirksamen Belastungen aus diesem Portfolio. Die Finanzierung der Zweckgesellschaft erfolgte durch Garantien der Eigentümer in Höhe von 5 Mrd. Euro, wobei die ersten 2 Mrd. quotal und darüberhinausgehende Belastungen allein vom Land NRW getragen würden. Die EU-Kommission wertete diese Maßnahme als Restrukturierungsbeihilfe und leitet eine Untersuchung ein. Im Mai 2009 wurde eine Genehmigung erteilt, die allerdings mit harten Restrukturierungsauflagen verbunden wurde;[http://www.westlb.de/cms/sitecontent/westlb/ui/de/news/newscontainer/news_2009/heute.standard.gid-N2FkNDZmMzU4OWFmYTIyMWM3N2Q2N2Q0YmU1NmI0OGU_.html WestLB Presseerklärung vom 12. Mai 2008 „Europäische Kommission bestätigt Umstrukturierungsplan der WestLB“] so musste die WestLB ihren bis dahin zweiten Hauptsitz Münster zum Jahresende 2009 aufgeben.[http://www.focus.de/finanzen/news/banken-westlb-gibt-zweiten-hauptsitz-muenster-auf_aid_438091.html „Focus“ vom 22. September 2009: „WestLB gibt zweiten Hauptsitz Münster auf“]

Das Geschäftsjahr 2007 endete für die Bank mit einem Verlust in Höhe von 1,6 Mrd. Euro.[http://www.westlb.de/cms/sitecontent/westlb/ir/de/finanzinformationen/geschaeftsberichte/archiv/gb2007.-bin.acq/qual-SingleAttachment.Single.AttachmentAttachmentFile/GBWestLBK07.pdf WestLB Geschäftsbericht 2007] Die Bank kündigte einen weiteren Abbau von 1.300 bis 1.500 Arbeitsplätzen an. Außerdem wurde eine strenge Fokussierung auf die ursprünglichen Aufgaben einer regionalen Geschäftsbank als Bestandteil der Sparkassenorganisation beschlossen. Ende April 2008 verließ Alexander Stuhlmann die Bank (seine Tätigkeit war von vornherein nur für ein Jahr geplant). Sein Nachfolger im Vorstandsvorsitz wurde Heinz Hilgert.[http://www.westlb.de/cms/sitecontent/westlb/ui/de/news/newscontainer/news_2008/PI_20080423_1.standard.gid-N2FkNDZmMzU4OWFmYTIyMWM3N2Q2N2Q0YmU1NmI0OGU_.html WestLB Presseerklärung vom 30. April 2008 „WestLB verabschiedet Vorstandschef Alexander Stuhlmann“] Am 13. Dezember 2008 wurde nach einer Aufsichtsratssitzung bekannt, dass die Bank über staatliche Garantien mit der BaFin verhandelt.[http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2008-12/12624408-rheinische-post-westlb-will-vom-bund-zweistelligen-milliarden-betrag-007.htm Rheinische Post: WestLB will vom Bund zweistelligen Milliarden-Betrag]. FinanzNachrichten.de vom 13. Dezember 2008 (abgerufen am 13. Dezember 2008) Am 18. Mai 2009 trat Heinz Hilgert vom Vorstand zurück. Er begründete diesen für die Öffentlichkeit und die Mitarbeiter überraschenden Schritt mit mangelnder Unterstützung der Eigentümer bei der notwendigen Zukunftsicherung der Bank.[http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:Abgang-mit-Vorw%FCrfen-WestLB-Chef-Hilgert-wirft-hin/515465.html FTD online vom 18. Mai 2009: „WestLB-Chef Hilgert wirft hin“]

Lösungssuche und Zerschlagung


Fusions- und Verkaufsversuche


Wie andere Landesbanken engagierte sich die WestLB seit Beginn der Finanzmarktkrise um eine Neuordnung der deutschen Landesbankenlandschaft. Im Jahr 2007 gab es Verhandlungen mit der Landesbank Baden-Württemberg sowie mit der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), die beide ergebnislos verliefen. Nach einem als Masterplan bezeichneten Beschluss der „Verbandsvorsteher“ der Sparkassenverbände im DSGV vom 10. November 2008[http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/sparkassen-ordnen-landesbanken-neu;2087675 Handelsblatt vom 14. November 2008 „Sparkassen wollen Landesbanken neu ordnen“] sollte das Mittelstandsgeschäft der WestLB einer aus Landesbank Baden-Württemberg und BayernLB fusionierten Bank zugeschlagen werden, während das Kapitalmarktgeschäft in ein aus Landesbank Hessen-Thüringen und Dekabank fusioniertes Institut eingebracht werden soll. Diese Gespräche verliefen ohne Ergebnis.

Im Juni 2010 beauftragte der Bankenrettungsfonds Soffin den früheren CDU-Politiker und Rechtsanwalt Friedrich Merz, einen Verkaufsprozess der WestLB an einen privaten Käufer einzuleiten.[http://www.soffin.de/de/presse/pressemitteilungen/2010/20100617_pressenotiz_soffin.html soffin.de, Pressemitteilung vom 17. Juni 2010] Außerdem suchte im Auftrag der WestLB die Investmentbank Morgan Stanley nach Käufern. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage der WestLB rechneten Beobachter nicht mit einem Verkauf der WestLB als Ganzes.[http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:west-lb-verkauf-merz-der-garant-fuer-eine-haengepartie/50129638.html FTD: Merz, der Garant für eine Hängepartie], 17. Juni 2010 Im November 2010 sind entsprechende Gespräche mit der BayernLB gescheitert.[http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2010-11/westLB „Wir haben noch Zeit“.– Die Gespräche mit der BayernLB sind gescheitert, jetzt wird nach einem neuen Partner gesucht. Im Interview sagt WestLB-Chef Voigtländer wie er die Zukunft der Bank sieht. In: zeit.de vom 5. November 2010] Merz hoffte noch im April 2011, für eine Kaufeinigung bis Ende August 2011 Zeit zu haben. Für Kritik in mehreren Medien sorgte das vergebene hohe Honorar für Merz (5000 Euro pro Tag) und weitere Anwälte.[http://www.stern.de/politik/deutschland/verkauf-der-westlb-ein-merz-spezial-honorar-1673610.html#utm_source=sternde&utm_medium=zhp&utm_campaign=politik&utm_content=snippet-links Stern: Ein Merz-Spezial-Honorar], 12. April 2011

Gründung einer „Bad Bank“


Ende 2009 war die WestLB die erste deutsche Bank, die auf der Grundlage von neuen gesetzlichen Möglichkeiten risikoreiche Wertpapiere in eine sogenannte Bad Bank mit dem Namen „Erste Abwicklungsanstalt“ (EAA) übertrug. Wertpapiere im Volumen von 77 Mrd. Euro zusammen mit dem Phoenix Portfolio von 2008 wurden zum Bilanzstichtag mit dem Buchwert übertragen.[http://www.boersennews.de/nachrichten/top-news/erste-bad-bank-in-deutschland/2758 Erste «Bad Bank» in Deutschland] (Zugriff am 15. Dezember 2009) Die EU betrachtet den Vorgang als unerlaubte Beihilfe, da die Bewertung nicht aufgrund des tatsächlichen wirtschaftlichen Werts geschehen sei.

EU-Auflagen


Im November 2010 erklärte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia, dass die in die Bad Bank übertragenen Vermögenswerte zu hoch bewertet wären. Die Kommission bezifferte die Höhe der Beihilfen auf 3,4 Mrd. Euro. In den Beihilfemaßnahmen sieht Brüssel eine nicht zu verantwortende Vernichtung von Steuergeldern und eine Verzerrung des Wettbewerbs. Die EU-Kommission verlangte einen neuen Sanierungsplan mit sehr strengen Auflagen. So muss bis 2011 ein neuer Eigentümer gefunden werden und die Bilanzsumme sei bis dahin zu halbieren.

Der Vorstand der WestLB allerdings betonte, bei der Übertragung seien keine Staatshilfe geflossen und belegt dies durch entsprechende Berechnungen. Die EU-Kommission befürchtet, dass (ähnlich wie bei der Hypo Real Estate) immer mehr Staatshilfen nötig sein werden, um die Bank vor dem Kollaps zu retten, da sie kein tragfähiges Geschäftsmodell habe.ksta.de 5. November 2010: [http://www.ksta.de/html/artikel/1288910844253.shtml Kommission sieht schwarz für WestLB (ähnlicher Artikel im Kölner Stadtanzeiger vom 6. November 2010, Seite 13: WestLB auf der Kippe)] Nach dem Scheitern der Fusionsgespräche mit der BayernLB am 4. November 2010[http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2010-11/westLB „Wir haben noch Zeit“. – Die Gespräche mit der BayernLB sind gescheitert, jetzt wird nach einem neuen Partner gesucht. Im Interview sagt WestLB-Chef Voigtländer wie er die Zukunft der Bank sieht. In: zeit.de vom 5. November 2010] äußerte Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia: „Die Kommission hat ernste Zweifel, dass der jetzige Restrukturierungsplan geeignet ist, die Bank zu sanieren.“ Am Termin für den von der Kommission vorgeschriebenen Eignerwechsel wollte Almunia nicht rütteln („Die Zeit läuft“). Die Entscheidung darüber sollte so schnell wie möglich getroffen werden.

NRW-Finanzminister Walter-Borjans betonte, eine Schließung der WestLB werde Milliarden kosten.[http://lokale-wirtschaft.rp-online.de/nachrichten/detail/-/specific/WestLB-Schliessung-wuerde-Milliarden-kosten-509982136 rp-online.de 6. November 2010 (Interview)] Am 24. Juni 2011 wurde bekannt, dass die Eigentümer die Bank zerschlagen wollen.[http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/westlb_zerschlagung_landesbank_steuerzahler_1.11040948.html Meldung auf NZZ-online vom 24. Juni 2011], abgerufen am 24. Juni 2011 Diesem Abwicklungsplan hat die EU-Kommission im Dezember 2011 zugestimmt.

Zerschlagung


Anlässlich der Bilanzpressekonferenz am 22. März 2012 verkündete Vorstandsvorsitzender Dietrich Voigtländer folgenden Restrukturierungsplan:

* Eine Verbundbank soll das Geschäft mit den Sparkassen und mittelständischen Firmen übernehmen.http://www.westlb.de/cms/sitecontent/westlb/westlb_de/de/wlb/ueber_uns/trafo.standard.gid-N2FkNDZmMzU4OWFmYTIyMWM3N2Q2N2Q0YmU1NmI0OGU_.html
* Die Erste Abwicklungsanstalt (EAA) soll als Bad Bank vor allem griechische Staatsanleihen übernehmen. Die WestImmo soll ebenfalls in der Bad Bank aufgehen.http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/westlb-abwicklung-neuwahl-in-nrw-gefaehrdet-abwicklung-der-landesbank-1.1314277

* Portigon Financial Services soll als Übergangsbank fungieren.http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,822804,00.html

Die WestLB-Zerschlagung soll bis zum 30. Juni 2012 abgewickelt werden. Die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2012 könnte den Restrukturierungsplan jedoch verzögern. Durch den Restrukturierungsplan werden mindestens 1500 Vollzeitstellen verloren gehen.

Nach Angaben des Handelsblatts summieren sich die Hilfen der Eigentümer und des Bundes im Zeitraum von 2002 bis 2012 auf 21 Mrd. Euro.http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/ende-einer-aera-ein-schmerzhafter-tag-fuer-die-westlb-seite-2/6355054-2.html

Kennzahlen


{| class="wikitable"
|-
! Kennzahl !! 2009 !! 2010 !! 2011
|-
| Bilanzsumme (Mrd. €) || 242,3[http://www.westlb.de/cms/sitecontent/westlb/westlb_de/de/wlb/ir/finanzinformationen/geschaeftsberichte/archiv/gb10.html&lnkname=WLB_d_IR_GESCHAEFTSBERICHTE_FR2010 Geschäftsbericht 2010]
| 191,5
| 167,9
|-
| Mitarbeiterzahl || 5.214 || 4.712 || 4.188

|}

Eigentümerstruktur


Anteilseigner der WestLB AG sind[http://www.westlb.de/cms/sitecontent/westlb/ueber_uns/de/wir_ueber_uns.standard.gid-N2FkNDZmMzU4OWFmYTIyMWM3N2Q2N2Q0YmU1NmI0OGU_.html Internetseite der WestLB]
* zu 30,862 % die NRW.Bank (an der das Land Nordrhein-Westfalen seit 1. Januar 2010 mit 98,6 % sowie die beiden Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe mit jeweils 0,7 % beteiligt sind),
* 25,032 % der Rheinische Sparkassen- und Giroverband (RSGV),
* 25,032 % der Sparkassenverband Westfalen-Lippe (SVWL),

* 17,766 % das Land Nordrhein-Westfalen.

Vorstand


Mitglieder des Vorstands


* Dietrich Voigtländer (Vorsitzender des Vorstands)
* Hubert Beckmann (Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands)
* Thomas Groß

* Werner Taiber

Bisherige Vorstandsvorsitzende


* 1969–1978: Ludwig Poullain
* 1978–1981: Johannes Völling
* 1981–2001: Friedel Neuber
* 2001–2003: Jürgen Sengera
* 2003–2004: Johannes Ringel
* 2004–2007: Thomas R. Fischer
* 2007–2008: Alexander Stuhlmann
* 2008–2009: Heinz Hilgert

* seit 2009: Dietrich Voigtländer

Siehe auch:


* WestLB Köln

Weblinks


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* {{GKD|10060212-5}}
* [http://www.westlb.de Website der WestLB]
* [http://www.zeit.de/2009/48/Landesbanken?page=all Die Zeit 48/2009: Die Landesskandalbanken]

* [http://www1.wdr.de/themen/archiv/sp_westlb/westlb104.html WestLB - Eine Bank und viele Krisen] WDR-Dossier

Einzelnachweise


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