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Westricher Hochfläche

22.12.2011 @ 17:40, Elop,

miniatur|hochkant=1.5|Die Westricher Hochfläche (farblich hervorgehoben) im westlichen Anschluss an den [[Pfälzerwald nebst südlicher Fortsetzung nach Lothringen]]

Mit Westricher HochflächeHelmut Beeger u. a.: Die Landschaften von Rheinhessen-Pfalz − Benennung und räumliche Abgrenzung. In : Berichte zur deutschen Landeskunde, Band 63, Heft 2, Trier 1989, S. 327–359, auch 'Zweibrücker WestrichSo z. B. im Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands. oder Südwestpfälzische Hochfläche'{{Literatur |Autor=Albert Zink |Titel=Die Pfalz, mein Heimatland |TitelErg=Eine Heimatkunde für die Pfälzer Jugend |Verlag=Zechner |Auflage=3. |Ort=Speyer |Jahr=1966}}Heinz Wittner: Großer Pfalzführer, S. 479Emil Heuser: Neuer Pfalzführer, S. 6, wird eine Landschaft im Bundesland Rheinland-Pfalz, zu kleineren Anteilen auch im Saarland (Saarpfalz-Kreis) bezeichnet. Ihr Kerngebiet liegt im Südwesten der Region Pfalz, es ist Teil der historischen Region Westrich.August Becker: Die Pfalz und die Pfälzer'', S. 347−354; S. 363−368; S. 369−385

Geographie


Struktur und Grenzen


miniatur|links|Sickinger Stufe: Anstieg von [[Landstuhl (links) auf die Sickinger Höhe hinauf (rechts)]]

Die Westricher Hochfläche besteht in erster Linie aus der Sickinger Höhe im Norden und dem Zweibrücker Hügelland im Süden, das morphologisch eigentlich mehr zum nordöstlichen Lothringen (Frankreich) gehört. Michael Geiger: Die Landschaften der Pfalz, S. 102 − 103

Nach Nordwesten (zum Homburger Becken) und vor allem nach Norden, zum Landstuhler Bruch, fällt die Kern-Hochfläche in einer markanten Schichtstufe, der Sickinger Stufe, ab, während der östliche Westrichrand'' einen eher fließenden Übergang des Muschelkalkplateaus in den Buntsandstein des Pfälzerwaldes darstellt. Die unten angegebenen Teilflächen an der Moosalb und bei Eppenbrunn ragen auch bis in die Bewaldungen des Naturparks Pfälzerwald hinein. Nach inzwischen gängiger Einstufung bilden dem gegenüber das Queidersbach- und das Moosalbtal, der östliche Besiedlungsrand von Pirmasens sowie die Trualbe den eigentlichen Ostrand.
Helmut Beeger u. a.: ''Die Landschaften von Rheinhessen-Pfalz − Benennung und räumliche Abgrenzung. In : Berichte zur deutschen Landeskunde, Band 63, Heft 2, Trier 1989, S. 336–338

Nach Süden findet das Zweibrücker Hügelland eine Fortsetzung nach Frankreich hinein.

Die mittlere Westgrenze zu Sankt Ingbert-Kirkeler Waldgebiet und, weiter südlich, zum Bliesgau, verläuft nach der Bundesanstalt für Landeskunde (Blatt Saarbrücken) wie auch nach landläufiger Auffassung knapp westlich der saarländischen Landesgrenze und übertritt das Tal der Blies nicht, welches hiernach als Abgrenzung zur erstgenannten Landschaft gilt. Dem steht eine rein saarlandinterne Gliederung nach Quasten (siehe Gliederung nach Quasten 1992) gegenüber, die auch einen schmalen Teil der Landschaft südwestlich Blieskastels (rechts = westlich der Blies) noch zum Zweibrücker Westrich zählt.[http://geographie.giersbeck.de/Saarland_Naturraeume_Schneider-Werle_vs_Quasten.pdf Systeme Schneider/Werle (Blätter Saarbrücken und Trier/Mettendorf) vs Quasten auf einer Karte] (PDF, 2,0 MB)

Naturräumliche Gliederung


miniatur|hochkant=1.5|Naturräume der Westricher HochflächeNaturräumlich gliedert sich die Hochfläche wie folgt:{{GeoQuelle|DE-RP|LANDIS-SB-GL|18}}[http://www.luwg.rlp.de/icc/luwg/nav/ddb/binarywriterservlet?imgUid=8c0591ce-8b53-6013-3e2d-cfc638b249d6&uBasVariant=11111111-1111-1111-1111-111111111111 Liste der Naturräume in RP mit grober Karte] (PDF; 1,78 MB)Verschiedene Autoren: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten in Einzelblättern 1:200.000. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1952–1994. → [http://geographie.giersbeck.de/karten Online-Karten]
*Blatt 159: Saarbrücken (Helga Schneider 1972; 154 S.)

*Blatt 160: Landau i. d. Pfalz (Adalbert Pemöller 1969; 47 S.)

*180 Zweibrücker Westrich (632,9 km² in Rheinland-Pfalz [RP] sowie kleinere Anteile im Saarland [SL])
**180.0 Sickinger Stufe (36,1 km² plus Anteile im SL)
**180.1 Östlicher Westrichrand (135,5 km², ganz in RP)
***180.10 Moosalbtalgebiet (87,2 km²)
***180.11 Eppenbrunner Hügelland (48,3 km²)
**180.2 Sickinger Höhe (212,0 km², ganz in RP)
**180.3 Zweibrücker Hügelland (249,3 km² plus Randanteile im SL)
***180.30 Untere Schwarzbach-Talweitung (91,2 km² plus Randanteile im SL)
***180.31 Pirmasenser Hügelland (107,0 km², ganz in RP)

***180.32 Schwalbhügelland (51,1 km² plus Anteile im SL)

Fließgewässer


Die Sickinger Höhe, die hauptsächlich durch die Wallhalb (17,9 km; 100,2 km² Einzugsgebiet){{GeoQuelle|DE-RP|WW}} und den Auerbach (16,5 km; 80,4 km²){{GeoQuelle|DE-RP|WW}} entwässert wird, reicht im Süden bis unmittelbar vor die Talweitung des Schwarzbachs. Der Osten des Zweibrücker Hügellandes (Pirmasenser Hügelland) wird vor allem durch die Felsalb (17,7 km; insgesamt 76,0 km²){{GeoQuelle|DE-RP|WW}} entwässert, der Westen (Schwalbhügelland) durch Schwalb (114,5 km²) und Bickenalb (78,8 km²), wobei gerade vom namensgebenden Flüsschen nur ein kleiner Mündungsabschnitt auf deutschem Boden liegt. Vom Hornbach, dem Vorfluter von Felsalb, Schwalb und Bickenalb, liegt ebenfalls nur der kürzere Mündungsabschnitt in Deutschland, und dieser fast komplett in der Unteren Schwarzbach-Talweitung.

Nah dem Nordrand der Sickinger Höhe verläuft die Pfälzische Hauptwasserscheide zwischen dem Ober- und dem Mittelrhein (Mosel), wobei fast die gesamte Hochfläche über den Schwarzbach zu Blies, Saar und letztendlich Mosel entwässert wird.

Geschichte


Eine wichtige historische Person der Gegend war der Ritter Franz von Sickingen (1481–1523), der zur Zeit des Übergangs vom Mittelalter zur Neuzeit Anführer der rheinischen und schwäbischen Ritterschaft war. Als Unterstützer von Anhängern der Reformation stritt er für die Säkularisation der kirchlichen Güter und führte seine Standesgenossen im Ritterkrieg an.

Sehenswürdigkeiten und Kultur


miniatur|Der Krähenberg-Meteorit

Lokale Sehenswürdigkeiten werden beispielsweise im Artikel Mühlenweg behandelt. 1869 sorgte der Krähenberg-Meteorit für überregionale Beachtung.

Die Verbandsgemeinde Wallhalben widmet sich intensiv der Pflege der Pfälzer Mundart und veranstaltet seit 1991 den Sickinger Mundartwettstreit.

Wirtschaft und Infrastruktur


Verkehr


Straße


Erschlossen wird die Westricher Hochfläche durch die im Südteil von West nach Ost (zwischen Zweibrücken und Pirmasens) verlaufende Autobahn 8 sowie die Autobahn 62, die – teilweise erst zweispurig ausgebaut – Landstuhl im Norden mit Pirmasens im Süden verbindet.

Parallel zur Autobahn 8 verläuft die alte Bundesstraße 10, und von Kaiserslautern nach Pirmasens führt am Ostrand der Hochfläche die Bundesstraße 270.

Schiene


Ebenfalls etwa parallel zur A 8 verläuft die Bahnstrecke Zweibrücken–Pirmasens-Nord, die Teil der Verbindung Saarbrücken–Karlsruhe ist.

Besiedelung


Die Westricher Hochfläche ist nur dünn besiedelt. Größere Städte gibt es lediglich an Randlagen mit Zweibrücken im südlichen Westen und Pirmasens im südlichen Osten sowie – westlich außerhalb der Sickinger Höhe und jenseits der Schichtstufe – Homburg. Michael Geiger: ''Die Landschaften der Pfalz, S. 103

Literatur


* {{Literatur |Autor=August Becker |Titel=Die Pfalz und die Pfälzer |Auflage=7. |Verlag=Pfälzische Verlagsanstalt |Ort=Landau/Pfalz |Jahr=2005 (1. Auflage 1857) |ISBN=3898571939 |Seiten=338–363}}
* {{Literatur |Autor=Michael Geiger |Titel=Die Landschaften der Pfalz |Herausgeber=Michael Geiger |Sammelwerk=Geographie der Pfalz |Verlag=Verlag Pfälzische Landeskunde |Ort=Landau/Pfalz |Jahr=2010 |Seiten=92–113 |ISBN=9783981297409}}
* {{Literatur |Autor=Daniel Häberle |Titel=Der Pfälzerwald |TitelErg=Ein Beitrag zur Landeskunde der Rheinpfalz |Verlag=Georg Westermann Verlag |Ort=Braunschweig und Berlin |Jahr=1913}}
* {{Literatur |Autor=Karl Heinz |Titel=Pfalz mit Weinstraße |TitelErg=Landschaft, Geschichte, Kultur, Kunst, Volkstum |Verlag=Glock und Lutz Verlag |Ort=Heroldsberg |Jahr=1976, ASIN B002GZ8RN |Seiten=239-268}}
* {{Literatur |Autor=Emil Heuser |Titel=Neuer Pfalzführer |Auflage=14. |Verlag=Waldkirch Verlag |Ort=Ludwigshafen/Rhein |Jahr=1979 (1. Auflage 1900), ASIN B0043G3V6M}}

* {{Literatur |Autor=Heinz Wittner |Titel=Großer Pfalzführer |Verlag=Deutscher Wanderverlag Dr. Mair & Schnabel & Co. |Ort=Stuttgart |Jahr=1981 |Seiten=479–510 |ISBN=3813401065}}

Weblinks


*BfN-Landschaftssteckbriefe
**[http://www.bfn.de/0311_landschaft.html?landschaftid=18001 Sickinger Höhe und Zweibrücker Hügelland]

**[http://www.bfn.de/0311_landschaft.html?landschaftid=18002 Östlicher Westrichrand und Sickinger Stufe]

Einzelnachweise


{{SORTIERUNG:Westricher Hochflache}}
Kategorie:Landschaft in Rheinland-Pfalz
Kategorie:Westpfalz

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